Milka verkauft eine Mogelpackung

Zitat:

„Die Empörung war groß (…) höherer Preis, aber weniger drin in der neuen Milka-Schokoladentafel – und niemand hat es gemerkt. Das geht so nicht, urteilte jetzt das Landgericht Bremen. Im Verfahren zur versteckten Preiserhöhung bei der Milka-Schokolade hat die Verbraucherzentrale Hamburg ihre Klage gegen den Hersteller Mondelez gewonnen. Das Landgericht Bremen entschied, die Füllmengenreduzierung von 100 auf 90 Gramm sei eine ,relative Mogelpackung und somit eine Irreführung des Verbrauchers‘, wie es heute mitteilte. Mondelez machte die Tafel Milka Alpenmilch zu Beginn des Jahres 2025 dünner und gleichzeitig teurer. (13.05.2026, Tagesschau).

# Achtung Satire!

Das ist typisch deutsch. Über so etwas wie Mondpreise genauso regen sich die Leute auf. Ich habe dafür wenig Verständnis. Man möchte die Benzinpreise deckeln, die Mieten festfrieren, und ich halte alles für schädlichen Unfug. Das sind linke Aktionen gegen den freien Markt, gegen die Unternehmer, Aktionen gegen Menschen, die sich etwas einfallen lassen. Das Wort von der nötigen Umverteilung wird wieder gern benutzt, und dauernd streiken irgendwelche Transportunternehmen. Dann wieder werden nichts kostende Tickets verlangt. Ungerechtigkeiten sind allgemein Thema. Sicherheiten werden verlangt, auch da, wo es wenig bringt. Man glaubt durch Gesetzesverschärfungen und Klagen die Welt besser zu machen?

Ich glaube es nicht.

Mir ist nebenbei eine ähnliche Sache aufgefallen wie das mit der kleineren Schokolade. Darüber habe ich noch nie etwas in den Nachrichten gehört oder gelesen. Das kann man aber gut nachvollziehbar erzählen: Der Kaffee, den wir trinken und regelmäßig nachkaufen, hieß der Marke nach früher „Markus“. Eine bekannte Sorte. So konnten wir es als Witz nutzen und vor dem Einkauf prüfen, ob wir im Laden dran denken müssten: „Ist Markus noch im Schrank?“ Heute nennt sich das Produkt „Barissimo“. Die Verpackung hat sich bis auf den Namen nicht geändert. Es sind laut Beschriftung 500g in diesem vakuumverpackten Klotz – wie ein Ziegelstein.

Um das Paket zu öffnen, wähle ich meine Küchenschere. Nachdem ich das bunte Papier außen restlos entferne, bleibt die harte Folienverpackung in silberner (oder goldener) Anmutung übrig, die ich oben anpiekse. Damit ist das Vakuum zerstört. Ich stoße den Kaffee einige Male auf die Unterlage, wo ich den Aufguss vorbereite, und dann schneide ich den nun weichen Alubeutel oben quer ab. Wenn man das sehr weit oben hinbekommt, bleibt nach dem Entnehmen vom ersten Maß, wenn die Packung also insgesamt noch recht voll ist, genügend von der Folie nach, diese anschließend umzufalten und einigermaßen luftdicht zu verschließen. Man kann ein kräftiges Gummi nehmen, um alles drumherum machen. Sehr pracktisch sind auch diese kleinen Metallklammern mit Feder, von denen ich zwei besessen habe, bis mal eine zerbrochen ist. Die Dinger waren auf dem Kaffee vom Mildenberger gewesen, den meine Schwiegermutter regelmäßig schickte. Meine Klemmen von Oma-Backnang leisten mir seit Jahren gute Dienste.

Nachdem ich den noch beinahe randvollen Kaffee also ein weiteres Mal gehörig auf die Küchenplatte stoße, damit alles zusammensackt, mein kleines Häuflein – so etwa gut drei Maß benötige ich für die Kanne – im Filter obendrauf durchläuft, falte ich die Alufolie oben so eng wie möglich um. Das gibt anfangs, wenn die Packung beinahe voll ist, eine stramme Faltung von so einem Zentimeter Breite, und darauf passt ganz gut die kleine Metallklammer. Anfangs, wie gesagt, hatte ich zwei von den Dingern, und jetzt kommt es, die weitere Prozedur: Nun stecke ich diesen Markus, oder wie er nun heißt, Barissimo, in unsere runde Dose, in die das Paket senkrecht perfekt passt. Darauf gehört ein Deckel, der mit einem Weckgummi abdichtet. Um diesen Deckel festzudrücken, muss der Kaffee ganz stramm zusammengefaltet sein, wenn die Packung noch fast voll ist. Früher regelmäßig passierte dabei das ärgerliche Malheur, dass oft eine oder sogar beide Klammern absprangen, weil die Packung einfach noch zu hoch ragte und man’s nur unter Druck zu kriegte!

Wie ärgerlich.

Deckel wieder auf und noch einmal probieren.

An der Menge im Barissimo 500g hat sich nichts geändert, andere werden das nachwiegen? Aber heutzutage ist immer reichlich Luft, wenn ich die ersten Löffel rausgenommen habe, stramm umfalte, meine verbleibende Klammer draufklemme und den Deckel aufdrücke.

Da springt nichts ab.

Nie.

Das ist seit einiger Zeit wirklich nie mehr passiert – und früher war das oft. Ich habe mich immer geärgert. Und das geschieht nicht mehr; wie praktisch.

Wie hat ALDI das hingekriegt?

Ich frage Google: „Es gibt keine Hinweise darauf, dass die 500-g-Standardpackung von Barissimo Kaffee (früher Markus Kaffee) weniger Volumen enthält. Die Füllmenge in Gramm sowie die standardmäßigen Röstverfahren bleiben in der Regel unverändert.“

Die Antwort erschöpft sich nicht auf diese Feststellung, und mein modernes Supergoogle ergänzt noch intelligent:

„Woran es liegen kann, dass sich das Volumen (die Füllhöhe) in der Tüte optisch verändert hat: Röstungsunterschiede: Je dunkler die Bohnen geröstet werden, desto mehr CO2 entweicht, die Bohne bläht sich auf und das Volumen bei gleichem Gewicht vergrößert sich. Hellere Röstungen sind hingegen kompakter und nehmen weniger Platz in Anspruch. Vakuumierung: Je nachdem, wie fest der Kaffee verpackt und entlüftet wurde, variiert das pralle Aussehen der Kaffeetüte. Mahlgrad: Feiner gemahlener Kaffee verdichtet sich stärker als grobes Pulver, wodurch das Pulvervolumen abnimmt.“

Ach so.

# Man lernt nie aus

Quer denken ist (noch) möglich. Auch das ist gerade aktuell: Ein Gesetz bestraft Täter, die K.o.-Tropfen einsetzen, jetzt härter. Wie schön. Es gibt dieses Zeug, und es gibt Waffen überhaupt, Atombomben. Es gibt die katholische Kirche, die Mafia. Dinge werden erfunden und bleiben. Der Mensch selbst sollte verboten werden zum Wohle der restlichen Natur?

Ich denke, das neue Gesetz ist auch nur Populismus.

Die wenigsten dieser Taten landen überhaupt vor Gericht. Damit wirkt die neue Keule nur wie ein Schlag in die Luft. Das Knock-out der Tröpfchengeber geht dabei einfach weiter. Die Täter können relativ sicher sein: Die Frauen schämen sich wie bisher und zeigen weiter nur selten jemanden an. Die vergewaltigten Frauen wissen meistens gar nicht, wer genau sie betäubte, missbrauchte und zeigen den Täter auch deswegen nicht an. Die chemischen Substanzen verbleiben nur kurz im Körper, können nicht nachgewiesen werden, weil die Opfer zögern, zum Arzt oder zur Polizei zu gehen, bis die Tat zu lange her ist. Die Ärzte und vernehmenden Polizisten spotten und lachen über die verschämten Frauen, das habe ich gehört, wie eine Betroffene es sagte und glaube das.

Es gibt keine vollständige Sicherheit. Wer mit dem Fahrrad neben einem Lkw auf grün warten muss, sollte nicht auf das Smartphone schauen in dieser Zeit, sondern die großen Zwillingsreifen fürchten und wachsam bleiben im Verkehr. Wenn man Senior ist und steife Gelenke hat, empfiehlt es sich, kein elektrisches Fahrrad zu nutzen. Damit ist ein alter, unbeweglicher Mensch zu schnell, um in Gefahrensituationen klarzukommen. Ein moderner Fahrradhelm hätte Asterix, Majestix und den anderen Galliern gefallen auch ohne Rad; sie fürchteten bekanntlich, ihnen könne der Himmel auf den Kopf fallen. Wir heute scheinen anzunehmen, damit wirklich alles abhalten zu können inklusive Weltraumschrott? Anders ist das blinde Herumgurken dieser Idioten überall nicht zu erklären.

Es stimmt, die Politiker und die großen Firmen und die organisierte Kriminalität sind böse, aber die normalen Leute sind blöde. Zusammen ist das die Mische, die uns degeneriert bis zum Ausverkauf aller Werte und der Abschaffung unserer Kultur, unser Fähigkeiten usw.

Schon in den Achtzigern wurde es schwierig, Feststoffschwimmwesten im Laden zu finden, mit denen man noch beweglich segeln konnte und die in Orange oder Rot weithin sichtbar sind. Schicke atmungsaktive Kleidung für an Bord in Dunkelblau oder Seegrün wurde damals erstmals angeboten. Daran denke ich, wenn ich mich auf diesem Foto sehe, bei fast keinem Wind mit meiner alten Regattaweste. Ich selbst sehe auch alt aus, meine Arme wirken dünn, kraftlos, und eine Regatta habe ich schon lange nicht mehr mitgesegelt.

Ich denke ständig an früher.

Mein Opa, der gern Großvater genannt wurde, und über den ich in den letzten Wochen manche Zeile für diesen Blog verfasst habe, schenkte mir vor vielen Jahren den Klassiker: „The Old Man and the Sea“, auf englisch wohlgemerkt. Opa Heinz konnte es fließend lesen und hoffte, mir diese Übung schmackhaft zu machen? Ich kam nie über die erste Seite hinaus. Es ging auch so zu leben, denke ich heute, ich war nie auf den Mund gefallen, auch im Ausland bin ich zurechtgekommen. Aber sich selbst so alt an Deck hocken zu sehen in dieser Flaute, macht mir zu schaffen.

Mein Opa dachte damals, Ende der Achtziger, die Menschen würden in absehbarer Zeit alle an Aids sterben. Er hat es nicht mehr erlebt und ist 1991 gestorben. Die HIV-Erkrankung war noch wenig erforscht und wir fürchteten ihre unkontrollierte Ausbreitung. Das ist in den breiten Medien scheinbar vollkommen aus dem Fokus geraten. Die Themen pushen uns einige Tage, dann kommen andere Sachen, das reine Theater, glaube ich, ist das.

# Minister Backhaus weinte wegen Timmy

Meck-Pomm, Sachsen, die neuen Bundesländer sind zeitgleich im Fokus: Buckelwal „Timmy“ und ein Amok in Leipzig erfordern Präsenz der amtierenden Minister Backhaus und Ministerpräsident Kretschmer. Eine Staatsangelegenheit überhaupt. Unser sonst so gutmenschlicher Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich vor Ort über den gestrandeten Buckelwal informiert, aber den Opfern der Amokfahrt in Leipzig nur nebenbei fernmündlich (oder in Schriftform) seine Anteilnahme übermittelt?

Das kann man googeln. Viel kommt nicht. Ich hatte mich schon gewundert, dass da gar nichts in den Nachrichten war. Sonst werden immer Kerzen hingestellt, alle hohen Regierungsleute versammeln sich und sind öffentlich ergriffen. Die Bürgermeister, der Ministerpräsident, der Innenminister, der Bundespräsident und nicht zuletzt der Kanzler reisen für gewöhnlich an und sagen, wie betroffen sie sind! Die letztgenannten drei waren diesmal in Leipzig schon nicht mehr vor Ort. Zwei Tote sind bereits normal. Es könnte nach hinten losgehen, wenn immer dieselben Reden gedroschen werden, denken sich klug gewordene Politiker womöglich? Die Täter gelten als schizophren: Unsere Gesellschaft insgesamt ist vollkommen neben der Spur, ist meine Meinung. Es ist nicht die Politik für sich genommen schuld, alle sind eine Herde von Schildbürgern, die ihre Hirne der künstlichen Intelligenz verkauft haben. Die Menschen beten ihre Smartphones an. Das ist ihr goldenes Kalb. Die Leute passen nicht auf sich auf. Sie merken nix, schreien aber dauernd nach dem Staat, auf den sie gleichzeitig ständig schimpfen.

So blöd.

Die können nicht mal Schokolade selbstständig kaufen? Ist doch gut, wenn diese fetten, diabetischen Idioten weniger Süßkram schnopen!

Ich bin schon froh, dass ich nicht mehr so viel Zukunft habe, ganz ehrlich. Mir kommt regelmäßig die Einbildung abhanden, mich daran zu erinnern, dass das Leben gelegentlich Freude bereitet. Darum muss ich immer schreiben, malen oder mir was zeichnen. Da kann ich wenigstens einigermaßen bestimmen, wie die Dinge laufen. Dass mein Boot nur treibt und die Tide alle sechs Stunden kippt, halte ich noch gut aus. So eine Schwimmweste wärmt auch, wenn es heißt, es sei für die Jahreszeit zu kühl.

Anschließend war es ja doch wieder:

„Der wärmste Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.“

🙂