Neue Variante entdeckt

# Der „Präsident des Bundesverfassungsschutzes Haldenwang sieht bei den Corona-Demos eine neue Szene von Staatsfeinden. Diese hätten keine gemeinsame Ideologie, sondern würden den Rechtsstaat als solchen und dessen Repräsentanten grundlegend ablehnen, so Haldenwang in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, berichtet Moderatorin Jana Pareigis in der Heute-Sendung um 19 Uhr.

Das war gestern, am 15. Januar, und heute ist Sonntag. Man kann die Sendung in der Mediathek abrufen, das habe ich getan. In der Überschrift, die vor dem Gesicht von Thomas Haldenwang eingeblendet ist, steht der Begriff „Staatsfeinde“, aber nicht, dass es sich um Feinde des Rechtsstaates handelt. Bürger und Bürgerinnen haben ein Problem mit dem Staat? Niemand hat etwas gegen das Recht, solange der einzelne glaubt, seines bekommen zu können. Wir – und für uns das scharfe Auge von Thomas Haldenwang – erkennen also Menschen, denen das Vertrauen in den Staat abhanden gekommen ist. (mehr …)

Bald ist Frühling!

Bald ist Frühling, ich freue mich darauf! Meinetwegen kann dieser Winter gern ausfallen; man hat sich daran gewöhnt, dass es nichts mehr ist mit Schnee, zugefrorener Elbe, Alster. Wie früher Schlittschuhlaufen möchte ich mit meinem lädierten Knie ohnehin nicht. Passt schon, diese Klimakatastrophe. Omikron nervt, wirkt aber überschaubar, und dass die Impfpflicht beschlossen wird, ist nur bedingt wahrscheinlich. Der Kanzler:in ist klug wie die alte und sagt schnell nichts, Respekt!

Jetzt müssten nur noch einige Wochen überstanden werden, und dann kommt das Boot zu Wasser. Natürlich, ich könnte mich infizieren. In meinem Alter steht eine schlechte Prognose wie’s verläuft im Raum. In einem Geschäft, das ich regelmäßig aufsuche, hat sich die gesamte Belegschaft angesteckt. Zwei Wochen lang fehlte das Stammpersonal. Auf Nachfrage, was mit den anderen sei, meinte die Aushilfe: „Corona.“ Inzwischen sind alle zurück: „Wie Erkältung“, untertrieben klingt das nicht. (mehr …)

Kein Fisch an Heiligabend

Schon einmal habe ich das gemacht, einen bereits veröffentlichten Text überarbeitet. Ich korrigiere ohnehin alles, habe immer Revisionen. Als studierter Grafiker bin ich weder zum Künstler noch Journalisten ausgebildet, als Wissenschaftler oder gar Schriftsteller besonders befähigt, aufgrund erworbener Kenntnisse zu glänzen. Ich lernte nie, in einer Schule fachbezogen zu schreiben und skizziere Inhalte, für die ich nicht extra qualifiziert bin. Das ist keine Entschuldigung; niemand muss es lesen, finde ich. Hier steht in erster Linie für mich selbst festgehaltenes Material. Ich probiere, mir über Dinge klar zu werden, die mir beharrlich im Kopf herumgehen. Ich möchte etwas über den Zusammenhang von Körper und Psyche schreiben, mit persönlichen Erfahrungen gespickte Inhalte, die unsere untrennbare Einheit anschaulich machen. So ist dieser Text „Neid, dazwischen“ im November zustande gekommen. Beim Wiederlesen fehlt mir der rote Faden in den eigenen Worten. Es wurde nötig, noch einmal dranzugehen. Zu viele Episoden und abschweifende Umwege? Keine Linie, der man bereitwillig folgt. Trotzdem wollte ich die Anekdoten gern retten, besser verknüpfen. Ich bin weiter davon überzeugt. (mehr …)

Die gute Nachricht diagonal

„Weniger Verkehrstote“, lautet eine Überschrift heute. Die Nachricht hat es auf die Titelseite vom Schenefelder Tageblatt geschafft. Nachdem erläutert wird, wie geringes Verkehrsaufkommen pandemiebedingt mitgeholfen hat, die Unfallzahlen zu bessern und vor allem weniger Menschen starben, betonen die Statistiker, dass „weiterhin täglich im Schnitt mehr als 800 Menschen verletzt würden.“

Das regt zum Vergleich an, parallel auf die Corona-Statistik zu schauen. Nicht, um die Krankheit quer zu leugnen, keinesfalls. Der ungewohnte Blick, schräg durch alle Tabellen zum Autoverkehr, verdeutlicht die individuelle Gefahr einer Ansteckung und mögliche Folgen, relativ zu anderen, bekannten Risiken und deren Häufigkeit im Alltag. Es schafft ein Moment gegen das Bedrohungsszenario und dem gefühlten Zwang zur Solidarität mit Fremden, nicht anders handeln zu können, als sich impfen zu lassen und wiederholt nachzuboostern bis in alle Tage. Wer individuelle Antworten sucht, beurteilt die Risiken relativ zum eigenen Selbst und wird mit dieser Randnotiz ermuntert, „diagonal“ zu denken, auf Distanz zu gehen – in jeder Hinsicht. (mehr …)

Das Problem

Warum querdenken? Kurz gejammert, schnell geheilt, könnte das Motto dieser kleinen Erfahrung sein, die ich hier erzähle. Was ist eigentlich Freiheit heute, wo immerfort von Solidarität mit den anderen gesprochen wird? Die individuelle Entscheidung und Tragweite müsse jeder der Pandemie hintenanstellen, verantworten. Das wird verlangt. Wir sollen einheitlich, vernünftig und exakt geradeaus denken! Endlich begriffen? Ich vermisse diese Stimme (in der Politik), die uns sagt: „Einen Teil der Gesellschaft nehmen wir mit.“ Und zwar breit definiert. Wir nehmen Alte mit und schützen diese so gut wie möglich. Wir arbeiten für sie. Das versteht sich von selbst. Wir ermuntern die Menschen zur Impfung. Je höher die Quote, desto besser. Es fehlt eine deutliche, allgemein verständliche Mahnung, die uns daran erinnert, der Impfung Unwillige (auch) zu akzeptieren. „Die nehmen wir mit, wie die Alten“, das höre ich nicht mehr. Es gilt die Schwachen zu schützen, aber es ist nötig, die Vielfalt der Befindlichkeiten ernst zu nehmen. Die Ansage, jeder könne sich impfen lassen, dann wäre es gut für alle, beinhaltet Probleme glattzubügeln. Da wundert man sich über Gewalt, ich wundere mich nicht. Eine fehlerfreie Masse könnte geschlossen voran machen, aber nur in der Theorie. (mehr …)

Musterklage

Vielleicht haben wir Glück und wachsen behütet auf? Bald müssen wir uns der Realität stellen: Die Welt ist chaotisch und feindselig. Je nachdem, wo wir groß werden, zu wem wir uns entwickeln und geworden sind, entstehen Probleme, die wir durch Ordnung lösen möchten. Sich angemessen zu organisieren, ist wichtig. Ein Tischler findet seine Existenz auf andere Weise als die Polizistin. Der Handwerker muss gerade sein Fach verstehen und benötigt entsprechende Kunden. Im Management einer Firma gelten andere Regeln als in der Kunst; selbst bei grundsätzlicher Übereinstimmung aller Strukturen, bedeutet Ordnung etwas Individuelles. Die Übersicht behalten, Dinge zu kontrollieren, von denen wir mehr oder weniger verstehen, ist überlebenswichtig. Man muss nicht alles begreifen, um komfortabel leben zu können. Gut zu wissen, wo genau der Lichtschalter ist, wenn Helligkeit helfen würde: Wie Strom physikalisch zustande kommt, ist dabei nicht von Bedeutung. Jedes Bedürfnis zu befriedigen oder eine Pflicht tun müssen, heißt kleine oder größere Schwierigkeiten zu überwinden. Das erleben wir, wenn eine Krankheit oder anderes die gewohnten Tätigkeiten beeinträchtigt. Ohne Widerstand, wenn ein Lebewesen sich für eine Aktivität motiviert, ist nichts vorstellbar. Uns selbst lernen erst wir nach und nach besser kennen. Was ist der Mensch, wer sind wir selbst? (mehr …)