Wir spielen gegeneinander, diese Frau und ich. Das geht schon jahrelang. Sie verkackt es immer. Sie macht das Spielzeug kaputt. Man kennt diese Leute, die nicht verlieren können. Das sind welche, die, wenn die Partie einen schlechten Verlauf nimmt, das Spielbrett umkippen und die Figuren durch den Raum werfen. Es sind Spielerinnen, die ihre Spielkarten wegschmeißen, knicken, beißen oder durchreißen, wenn sie verlieren. Diese Frau macht Mädchen kaputt. Damit spielen wir nämlich, keine schöne Sache, ich gebe es zu. Und diese Frau trampelt jede Marke um; ein ums andere Mal zerstört sie das Frollein. Die sind hin- und hergerissen und schließlich emotional zerschlissen, wenn unser Spiel abgebrochen wird.

Ich glaube, die Alte spielt gar nicht. Für sie ist es ein Krieg der Eitelkeiten, eine militärische Spezialaktion in Westschenefeld. Ein paar Unterstützer auf beiden Seiten sind erkennbar. Der springende Punkt und die unterschiedlichen Achillesfersen der Kontrahenten, also meine Schwäche und die von meiner Widersacherin, verhinderten bislang einen eindeutigen Sieg. Das hieße ein gerettetes Mädchen am Schluss, eine Verliererin oder siegreiche Jägerin; beziehungsweise mein Ende als Mensch hier im Ort. Der Böse bin nämlich ich oder soll es werden.

Das Problem: Mir liegt was an den Mädels, und so kann ich nicht gewinnen. Sie möchte mich fertig machen, und das Mädchen ist nur Mittel zum Zweck. Sie ist eifersüchtig auf die Schönheit der Jugend. Ihr Problem ist das eigene Image. Meins ist bereits ruiniert. Deswegen gehen immer die Mädels kaputt. Mir ist manches egal. Diese Frau muss ihre Fassade wahren. In der Konsequenz können wir nicht gewinnen. Wenn die neue Lütte jeweils kollabiert, hören wir auf. Dann kann sie mir die Schuld geben, und ich sage, sie war es. Für mehr hat es nie gereicht als nur Gerede zu meinem Nachteil: Ich bin kein Täter oder so.

Ich habe (…) verkloppt, ja.

Manche haben es mitbekommen. Das ist der Freund von dieser Frau. Inszenierte Scheiße ist der Stil dieser Leute. Das Arrangement bestimmen ihre Soldaten. Sie ist naiv genug, die Schirmherrin einer Rufmordkampagne zu geben. Ich werde platziert wie ein Spielball auf dem Feld, den alle treten möchten. Gut, dass wir einen Rechtsstaat haben. Das hilft mir. Die Wahrheit gewinnt jeweils zum Schluss. Ich habe Ausdauer und wenig zu verlieren, mich treibt ein Ideal, nicht zuletzt die Kunst zu malen, schreiben. Das kann sie nicht.

# Galionsfigur

Ihr Amt wollte niemand haben, nur ein Spinner ist mal angetreten, es zu übernehmen. Der war so doof, dass er nach Hamburg verzogen ist, anschließend seiner Niederlage. Diese Frau ist toll! Und schön (gewesen). Sie ist die Gehetzte auf dem Gipfel einer öffentlichen Spitze. Der Turm von Schenefeld. Aber der wird ja irgendwann abgerissen. Wenn der neue Stadtkern kommt, wenn.

Ich bin schon lange verheiratet übrigens und bringe meiner Frau den Kaffee ans Bett. Wir können Blöde nicht leiden, haben Besseres zu tun, als anderen das Leben zu versauen. Warum ich überhaupt mitmache? Mir gefällt, rechtzeitig aufzuhören und mich an dummen Gesichtern zu weiden. Einige laufen heute rum wie Falschgeld, wenn ich auftauche. Das dürften mehr werden. Ein scheinbar Bescheuerter, der nach Belieben vernünftig reagiert, vergnügt ist und scherzt, übersteigt ihre Fantasie. Mein kreativer Einsatz ist ein persönliches Motiv. Wiedergutmachung für einen, der nichts mehr sagen kann, weil er von (solchen) Gutmenschen erledigt wurde vor vielen Jahren. Dafür gebe ich mein Leben!

🙂