Stürmer und Verteidiger gäbe es, meinte mein Vater. Er spielte selbst kaum Fußball, ging aber ins Stadion, traf sich mit Freunden anschließend in einer Kneipe, fachsimpelte. Das mit den Stürmern und den Verteidigern war ein auf das Leben bezogener Sinnspruch, mit dem er gelegentlich probierte, Eindruck zu machen. So konnte er im Gespräch beginnen, wenn ein neues Thema diskutiert wurde. Die Welt in zwei Sorten Mensch aufzuteilen, schafft Ordnung.

Ich komme oft an einer Bettlerin vorbei, die immer wieder an einer bestimmten Stelle der Straße sitzt. Wenn es regnet, verlagert sie ihren Platz ein wenig unter den Dachüberstand des gegenüber liegenden Gebäudes. Dort wird sie aber weniger gesehen, es ist nur ihre zweitbeste Stelle. Das ist eine kleine Frau, in bunt gestückelter Kleidung mit olivgrünem Grundton, etwa in meinem Alter, und die deutsche Sprache beherrscht sie kaum.

Sie hat ein schmuddeliges Schild aus Pappe aufgestellt, einige Gründe für ihre Not stehen darauf. Mit einem Becher in der Hand sitzt sie auf einem Kantstein für ein Blumenbeet und ein farbiges Tuch ist um den Kopf gewickelt. Ihr Gesicht ist sonnengebräunt, und wenn ich mich nähere, lächelt, ja lacht sie gleich – und auch ich beginne mich sofort zu freuen, vertrautes Wiedersehen, spontanes Strahlen, als gäbe es keine Not; mehrere Zähne fehlen ihr. Ich weiß das, weil wir uns schon kennen und immer lachen.

So viele der vorbei hastenden Menschen scheinen nie zu lächeln. In ihrem ganzen Leben lachen diese Menschen scheinbar nie. Meine Freundin, das schreibe ich mal so hin, denn ich weiß ja kaum etwas von der bettelnden Frau, und ich – wir können uns schnell freuen. Sie bekommt von mir ausnahmslos immer Geld. Bei Regen habe ich ihr schon Kaffee gebracht, und einmal hat sie eine Folie für die Aufbewahrung von Papier von mir bekommen, die ich gerade nicht mehr brauchte. Ich mag sie, und ich kann das kaum vernünftig erklären.

Mal habe ich sie traurig am Bahnhof sitzen sehen, was war passiert? Die Polizei hatte sie weggejagt. Das hat sie nicht lang abgehalten, bald darauf war sie zurück, und nun ist sie oft am vertrauten Platz. Wir benötigen nur wenige Worte und machen immer viele Zeichen mit den Händen: Das Wetter, es regnet nicht? Wunderbar. Sie freut sich, weil ich ihr immer Geld gebe? Ich freue mich, weil ich das sehr gern mache. Es kann ganz einfach sein, für einen Moment glücklich zu sein, aber die anderen Menschen finden vieles wichtiger, als sich zu freuen.

Heute, ausnahmsweise, habe ich mein Fahrrad dabei. Normalerweise bin ich mit dem Bus und der S-Bahn gekommen und deswegen zu Fuß in der Straße. Seitdem die Corona-Pandemie uns beherrscht, fahre ich Fahrrad oder nehme das Auto; ich mag die Maske nicht. Ich schiebe also das Rad bis zu ihrem Sitzplatz und stelle es für den Moment ab, um nach dem Portemonnaie zu suchen. Wie immer, gebe etwas Kleingeld in den Becher, wir strahlen einander gewohnt an, sind etwas albern, naiv – „Alles Gute für Ihre Familie“, sagt sie. Dieses Mal halte ich mich nicht lang auf. Sie schaut mir noch nach (und ich ihr), als ich bereits nach einem neuen, dauerhaften Platz für mein Fahrrad in der Nähe suche. Ich habe die Absicht, einige Meter weiter beim Bäcker Kaffee zu trinken und finde nicht gleich den richtigen Bügel zum Abstellen.

Vielleicht fünfzig Meter habe ich mich, das alte Hercules schiebend, dorthin bewegt, und während ich das Schloss jetzt einpicke, stellt sich raus, dass mir eine Frau, die ebenfalls ein Rad dabei hat (glaube ich mich zu erinnern) gefolgt ist. Eine fremde Person, es scheint wichtig zu sein. Sie schaut mich drängend an:

„Darf ich Sie kurz ansprechen?“

Sie ist mittleren Alters, dünn, ungepflegtes Haar, geht etwas gebeugt und ist in jeder Hinsicht unauffällig (so normal wie es geht) gekleidet. Es ist irgendeine Passantin, die man niemals wieder erkennen würde. Unscheinbar und langweilig kommt sie daher. Aber ein wichtiges Anliegen treibt sie an. Sie bettelt beinahe um Aufmerksamkeit, was hat die denn, denke ich noch.

„Darf ich Sie fragen – warum haben Sie der Frau Geld gegeben?“

Ich bin perplex, sage nichts. Offenbar ein Fehler, Geld zu geben, dass ich aufgeklärt werden muss? Ich kann auf ihre Frage gar nicht antworten, sie redet schnell weiter, denn es ist wirklich eine Belehrung nach der Art: Man gibt „so einer“ kein Geld. Während ich sie ungläubig (bereits zornig werdend) anschaue, fährt sie fort:

„Und außerdem lügt die auch noch, sie habe kleine Kinder!“

Die Frau schaut mich dringlich an. Ich lese auch Zeitungen und schaue die Nachrichten, denke ich – und schweige weiter, bin schließlich mit dem Rad fertig, gehe in Richtung Café – ja, ich habe schon Dokumentationen gesehen, über organisiertes Betteln. Das sage ich nicht. Sie folgt mir, holt Luft für weitere Anwürfe – doch ich drehe mich abrupt um und herrsche sie an:

„Geht es Ihnen gut?“, platze ich los.

„Nein“, kommt es schnell (wohl als Rechtfertigung) zurück, „mir geht es nicht gut, aber – “, sie möchte sich und alles weiter nun noch genauer erklären? Ich fahre ihr kurz über’s Maul: „Stimmt“, schnauze ich sie an, „Ihnen geht’s wohl nicht gut“, mutmaße ich – wende mich ab, setze nach: „Sie haben ja einen Schaden.“ (Gehen Sie zum Arzt, denke ich, sage aber nichts mehr und gehe zügig, ohne an die blöde Maske zu denken, in das Geschäft, wo die Leute bereits am Kaffee-Tresen eine Schlange bilden).

Die Ziege (so denke ich über die Alte) – kann mir nicht folgen, das Fahrrad behindert. Ich krame nach der Maske, hole tief Luft und kaufe einen Becher zum hier-trinken, und als ich draußen einen Corona freien Tisch finde, ist sie fort – und ich beruhige mich schnell. Blöde Kuh denke ich, ich hätte ihr sagen sollen – was denn?

Ich bin lang verheiratet. Meine Frau gibt grundsätzlich nie, in irgendeinem Fall, wo sie angebettelt wird, und ich gebe oft. Ich mache das gern, ich ignoriere die Dokumentationen, die mir erklären, dass die rumänischen Bettler Teil einer Firma sind, bei der der einzelne verarscht würde. Das interessiert mich in diesem Fall überhaupt nicht. Firma, na und: Betteln ist auch ein Beruf.

Wer will den Mindestlohn für die bestimmen, die mit einem Becher am Straßenrand sitzen? Ich kann den Wunsch der Menschen, absolut gerechte Gesetze für alle zu erzwingen und juristische Rache in Vollständigkeit für alles und jedes zu verlangen nicht begreifen. Schlimm ist doch diese breite „normale“ Masse, die sich für gute Menschen hält (das ist meine Meinung, mehr nicht) und alles durch Gesetze perfekt geregelt haben möchte. Das wird es nie geben. Und wenn es in einer Utopie erreicht wird, können nur andere Menschen, als wir es sind, so leben.

Kaum noch einer lebt frei und autark in der Wildnis. Wir sind ein verzahntes, spezialisiertes System. Grob unterteilt bedeutet es: Einige Menschen produzieren, andere verkaufen es, und die dritten reglementieren alle in ihrem Tun. Einer schreibt den Roman, und der andere kann, weil das Buch existiert, darüber berichten. Morgen schreibt der Journalist über einen Autounfall oder darüber, was in China passiert ist. Der Schriftsteller ist der kreative Künstler. Er schafft wie jemand, der einen Stuhl aus Hölzern zusammenleimt, und ein Maler erarbeitet sein Bild genauso.

Einige wollen regeln und sich einmischen. Sie werden angetrieben von dem Verlangen, Macht über andere auszuüben, die es hinnehmen müssen, weil sie Regeln übertreten, krank sind oder noch unmündiges Kind in einer Lehranstalt, und bestenfalls treibt diese Menschen der Anspruch, unserer Gesellschaft den belastbaren Rahmen zu geben? Freunde und Helfer von Berufs wegen, das ist das Leitbild der Guten (und eine Bürde). In der Schule beginnen Lebensläufe: Die späteren Polizisten sind mutmaßlich diejenigen, die andere Kinder verpetzen, die etwas verbotenes gemacht haben?

Jedem das seine.

Moderne Menschen klagen an, fotografieren, filmen, stellen andere an den Pranger: Angezeigt! Festgehalten wird alles – aber nicht alles ist gut. Das Fotografieren unter den Rock und das Filmen von Autounfällen der Gaffer wird in Zukunft unter Strafe gestellt. Da kommt dann die Polizei. (Als nächstes werden wir lesen, dass ein Polizist selbst bestraft wird, weil er verbotene Aufnahmen gemacht hat.) Das Böse ist überall, und wir können es immer neu verordnen und zur Straftat hin anders definieren als bisher. Bis alles gut ist und die Welt gerecht? Die Freiheit ist dann aber grundsätzlich als solche zu bestrafen.

Es gibt bekanntlich gelangweilte Rentner, die täglich Falschparker zur Anzeige bringen, die sie vom Balkon aus fest im Blick haben, eine nur zweifelhaft gute Beschäftigung. Manchmal freut sich die „richtige“ Polizei über ein Amateurvideo oder die Aufnahme einer Überwachungskamera. Die Wirklichkeit ist eine Annahme aufgrund von Informationen, wir kennen sie gar nicht. Wieviel wir wissen, hängt ab von der Zuverlässigkeit der uns zur Verfügung stehenden Daten. Ein Bild oder Film sagt mehr als tausend Worte in der Akte. Was ist das, die Wahrheit, vom Leben in Szene gesetzt – oder ein guter Regisseur arrangierte ein Fake?

Kunst, großes Theater! Das Bild, die Wahrheit? Mit extra guten Fernrohrkameras kann belegt werden, dass die Amerikaner wirklich auf dem Mond waren (aber manche wollen das trotzdem nicht glauben). Im Internet finden sich die beeindruckenden Bilder für eine präzise Mondkarte: Am 18. Juni 2009 ist die NASA-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter LRO gestartet. Bis heute umkreist sie unseren Mond und macht äußert detailreiche Bilder seiner Oberfläche. Bilder seien manipulierbar und vor Gericht nur in Ausnahmefällen zugelassen, heißt es.

„Nehmen Sie Deckfarben“, mahnte seinerzeit mein Professor, als wir bei ihm unsere Hausaufgabe präsentierten, eine Kommilitonin, die mit lapprigen Aquarelltönen das Thema illustriert hatte und ihre zeichnerische Schwächen kaum weiter korrigieren konnte.

Transparenz – das ist ein Modewort. Alle plappern davon, als wäre es ein Allheilmittel, das Böse zu durchleuchten und die Welt würde davon besser. Aber wer möchte (heimlich, ohne davon zu wissen) bei der Selbstbefriedigung gefilmt werden? Schon die Annahme von Gut und Böse an sich, ist zunächst nur eine Hypothese, die sich nicht selten umkehrt. Im Fernsehen gewinnt der Kommissar, in der Realität bestenfalls die Wahrheit vor Gericht. Ein Verdacht bedeutet nicht die ganze Wahrheit verstanden zu haben, und eine einzelne Tat schnell mal zu bestrafen, kann bedeuten, unwissentlich eine größere zu decken.

Es gibt die Hoffnung, das Gute setze sich schlussendlich durch? Wenn wir die Zeit dafür haben und Geduld, stehen die Chancen nicht schlecht, es zu erleben. Der Grund ist einfach: Alle machen Fehler. Wir malen ein Kunstwerk und machen Fehler. Wir verbessern die Fehler darin oder beginnen ein neues Bild. Wir produzieren ein Werkstück, und es ist fehlerhaft? Wir werden das verbessern, in Ordnung bringen. Wir verhalten uns falsch, werden eines Bessren belehrt: Wir werden uns ändern. Wenn das System falsches Verhalten unmäßig ausgrenzt und vernichtend bestraft, ist der Rufmörder eines jeden im Vorteil. In diesem Fall siegt das Böse, und das System selbst ist menschenverachtend. Auch dann wird schließlich die Besserung kommen. Aufruhr wird zum Umsturz der fiesen Struktur führen.

In jedem von Böswilligkeit getriebenen Projekt steckt genauso das Problem, dass nichts fehlerfrei durchzuführen ist, was Lebewesen anpacken. Das bevorteilt denjenigen, der redlich produziert oder verkauft vor dem, der seine Existenz auf krimineller Aktivität aufbaut. Zu existieren bedeutet, sich grundsätzlich mit Fehlern herumschlagen zu müssen. Im Affekt jemanden zu verletzen, wird typischerweise milder bewertet, als eine geplante Tat. Aus dieser Überlegung heraus ist Machtmissbrauch stärkerem Widerstand der Umgebung ausgesetzt, das ist der minimale Vorteil des Lebens zum Guten hin. Darauf sollten wir vertrauen (und uns und einigen anderen verzeihen). „Gut“ ist damit mehr als eine Hypothese, aber ein Wort, eine Uniform oder ein sozialer Berufsanspruch sind dafür kein Beleg.

Alle Unregelmäßigkeiten abschaffen zu wollen, eine Welt die vollkommen ist, ohne Penner im Hauseingang und bettelnde Menschen überhaupt, sauber – ist gegen jede Natur. Mit Otto Ruths, dem älteren Freund vom oben erwähnten Professor der Illustration, fuhr ich nicht selten mit der Bahn zusammen nach Hause, wenn unser Zeichenkurs beendet war. Otto wurde ein Freund, und noch lang nach seiner Pensionierung war er Wegbegleiter, bis er vor einigen Jahren hochbetagt gestorben ist.

Einmal warteten wir auf die Einfahrt der Hochbahn und bemerkten eine kleine Maus im Gleisbett. Noch bevor der Zug ganz heran sauste, gelang es ihr blitzschnell in einem kleinen Loch im Beton Zuflucht zu finden. Mein Professor machte mich darauf aufmerksam, ich kannte bereits einige Geschichten aus dem Krieg. Er war Soldat gewesen und gab Anekdoten und schmerzliche Erfahrungen detailliert zum Besten. Ruths zeigte auf die Maus: „Da“, sagte er, „das wird es immer geben – wenn die Welt noch so groß ist, kalter Beton und voller Absurdität. Es gibt immer ein kleines Loch, durch das du abhauen kannst.“

Er glaubte fest an mögliche Existenzen am Rande. Vielleicht ein Grund, warum ich mich den Bettlern immer verbunden fühle. Wer kennt die Zukunft und kann sie als wohlhabend planen, festlegen, wenn es doch immer möglich ist, gnadenlos abzustürzen in Armut und Bedeutungslosigkeit? Dann nicht aufzugeben und bescheiden am Rand sich den Raum für Fröhlichkeit bewahren, das kann die Bettlerin am Kantstein, und das macht mir Mut, allen Ängsten zu begegnen.

# Wird die Welt uns fremd?

Wir erinnern uns: Die Aufgabe vom Protagonisten Winston in Orwells „1984“ bestand darin, die Vergangenheit in den für alle verfügbaren Dokumenten so zu ändern, wie es dem Staat aktuell besser gepasst hat. Eine bedenkliche Entwicklung, die wir in der Gegenwart in Echtzeit voran schreiten sehen, alle selbst dran mitarbeiten indem wir Daten liefern, unsere Existenz selbst verglasen und kurioserweise von Kreativen wie Orwell vorgezeichnet, fast als ein Plan, wie es zu machen sei.

Die Vergangenheit wird immer von der aktuellen Generation neu bewertet. Denkmäler werden entfernt, Straßennamen geändert im Glauben, dass wir heute klüger sind. Wir sollten das kritisch sehen. Der Wunsch sich auf Kosten der Alten zu profilieren verzerrt die Rückschau und kann auch blind machen für die Gegenwart. Je nach Freiheit der einzelnen Bürger gestaltet sich die Bewertung der Umgebung individuell, und je nach dem staatlichen System ist der Spielraum bemessen, der uns bleibt, selbst zu prüfen woran wir sind. Die moderne Technik verändert die Möglichkeiten für den Einzelnen, für den Staat. Damit Information nicht gezielte Desinformation ist, muss der Einzelne seinen Staat von außen betrachten können.

Vorausgesehen vom kreativen Schriftsteller auch dies: Die James-Bond-Romane von Ian Fleming. Einen Super-Kriminellen wie den Gegenspieler des Agenten in mehreren Geschichten, Ernst Blofeld, der mit verschiedenen Organisationen ganze Staaten erpresst, haben wir im realen Osama Bin Laden erst Jahre später auf der Weltbühne erlebt.

Die Zukunft hat begonnen, jedes Bild vergrößert die vorhandene Datenmenge, und das zwingt uns in ein Korsett des Allgemeinen. Ich habe einen China-Film gesehen, es ging um Künstliche-Intelligenz, die Macht der Daten. Man wird blitzschnell als kreditwürdig oder eben nicht eingestuft, wenn man per Handy bei der Bank anfragt. Und die Software verwendet unzählige Daten, bevor jemand Geld bekommt. Da ist kein Bankmitarbeiter, der vielleicht zehn der Bank bekannte Fakten über den Kunden in einer Liste abgleicht, da ist ein System dahinter, das tausende Informationen hat. Es weiß, ob der Betreffende typischerweise Ampeln bei rot überschreitet, weil er gelegentlich häufiger per Gesichtserkennung einer öffentlichen Webcam erfasst wurde (von der man gar nichts mitbekommt), prüft registrierte Vorstrafen, polizeiliche Delikte aller Art in der Vergangenheit.

Das frühere Kreditverhalten durchleuchtet die künstliche Intelligenz sowieso. Sie kann aber noch viel mehr. Die App checkt zum Beispiel, ob der Akku deines Handys gerade voll ist, wenn du eine Anfrage um Geld etwa für einen Autokauf tippst! Wenn jemand mit einem beinahe leeren Akku um Geld bittet, nimmt die künstliche Intelligenz an, dass er kriminell sein könnte. Warum? Die Mehrheit der Kriminellen telefoniert mit eher leerem Akku.

Die Software spürt, wie beherzt der Kunde der Bank die Eingabe auf die Tastatur setzt. Der moderne Computer kann messen, ob die Anfrage zögerlich oder kraftvoll (und deswegen glaubwürdig, überzeugt von dem berechtigten Wunsch, es stehe jemandem zu, das Geld zu bekommen) getippt wird. Das fließt ebenfalls in die Entscheidung mit ein, ob man als kreditwürdig beurteilt wird. Wenn du bei „den Guten“ bist, bekommst du deine 4.000,- in Sekunden – wenn nicht, nie.

Und du begreifst nicht einmal, warum.

🙂