Was heißt im Original? Alles echt, kein Druck und nicht korrigierbar tintenecht artistisch vor Ort gezeichnet. 2017 und ’18 habe ich im Sommer zwei Wochen Urlaub auf der Insel Fehmarn gemacht und jedes Mal ein Skizzenbuch mit Zeichnungen gefüllt. Das ist nicht neu für mich.

Neu ist, dass ich von Beginn an die Absicht entwickelte, so ein Buch wie ein Bild zu verstehen das schließlich im Rahmen einer Ausstellung oder auf der Webseite interessierten Kunstfreunden angeboten wird. Ich zeichnete also wie bisher, um mir die Zeit im Urlaub zu vertreiben und um mein Talent nicht einrosten zu lassen, aber auch in der Absicht, fehlerfrei durch das ganze Buch zu kommen, damit ein schönes Ganzes entsteht. Fehlerfrei heißt nicht perfekt im Sinne von fotogleicher Abbildung. Es bedeutet, im Sinne des Gesamten zu denken, wenn jemand das durchblättert. Ich darf nicht achtlos herumstricheln oder durchkritzeln, was misslungen ist. Es soll nichts misslingen.

Die Bücher haben 160 Seiten, Hardcover. 2018 ist A5 und durchgehend mit  dokumentenechtem Kugelschreiber gezeichnet. 2017 ist in Bleistift und nur halb so groß.  Zuhause habe ich in Schenefeld gleich weitergemacht, war damit im Herbst 2018 noch in Backnang unterwegs. Ich bin beim Kugelschreiber geblieben und auch bei den 160 Seiten in A5. Dann habe ich vom Typ her das gleiche Produkt verwendet, aber größer in A4 (in Doppelseiten A3 quer, nur damit Sie sich das besser vorstellen können).

Das Buch jeweils: Es soll schön daherkommen, auch wenn nur skizziert ist. Echt vor Ort erlebt, ohne Hilfe durch Fotografie oder spätere Eingriffe zuhause. Eine Auswahl der Abbildungen finden Sie hier. Es gibt keinen Text, nur das Datum ist im Bild. Es kommt vor, dass ich mein Gegenüber frage, ob ich zeichnen darf. Das mache ich, wenn mir jemand (im Café) direkt gegenüber sitzt. Meistens frage ich nicht. Es sind nur Striche, denke ich bei mir. Überall haben die Leute Kameras montiert. Jedes Handy hat eine, alle sind Selfie. Ich habe gar kein Mobiltelefon. Auf Fehmarn nehme ich immer nur das Seniorenhandy meiner verstorbenen Mutter mit und verabrede ein Treffen zum gemeinsamen Essen mit meiner Frau per sms, die für gewöhnlich irgendwo am Strand herumliegt, während ich in der Stadt sitze und zeichne. Ich frage: „Hast du schon Hunger? Wo bist du?“ Sie schreibt dann vielleicht zurück: „Südstrand. Nein“, oder: „Strand am Sorgenfrei. Nachher Borgo?“ – (wir sind lange verheiratet).

Viel Spaß beim durch die Galerie(n) blättern.