Dem unbedeutenden Blog steht nicht gut zu Gesicht, aktuelle Weltpolitik zu beleuchten. Leserbriefe in der Dorfzeitung sind das Niveau, auf dem wir Armseligen unsere Wortbeiträge zum Besten geben. Wir ändern nichts. Das ermöglicht nur, Ohnmacht zu thematisieren, über die Treppenstufen nach oben zur Macht nachzudenken.

Die Naivität, sich bei den Lehrern beliebt zu machen, einen attraktiven Aufsatz schreiben und einen Preis einheimsen? So etwas mag der Anfang sein, Nähe zu denen suchen, die Einfluss haben. Lehrer, Eltern und Familienmitglieder können vieles bestimmen, das wir hinnehmen müssen, solange wir Kinder in einer Schulklasse sind.

Zwei Lager sind typisch für Pubertierende. Die einen bilden den Block der Schüler und Schülerinnen, die untereinander zusammenhalten. Auf der anderen Seite sind wenige, die freudig jedes Thema aufgreifen, das gelernt werden soll. Es sind nicht unbedingt die Klassenbesten. Da sind welche gemeint, die stets ja sagen zum Unterricht, wer auch immer vorn am Pult steht. Jeder kennt isolierte Klassensprecher, die nicht wahrnehmen, was so ein Sockel auf dem sie stehen mit ihnen macht. Die allgemeine Aufmerksamkeit, die dem Exponierten geschieht, verhindert sensible Zwischentöne zu spüren. Es befördert stattdessen eine wachsende Neurose.

# Darauf hoffen, gemocht zu werden

Wird man so zum grünen, sozialen oder alternativen, jedenfalls hochmotivierten Politiker, strebt danach, die Arbeit im Staatsdienst oder Polizei zum Wohle aller im Land mitzugestalten? Das möchte ich nicht bewerten, bin vom geraden Weg durch Krankheit abgekommen. Mein Leben fand nie statt. Ich blieb fremdbestimmt und musste anderen hinterherlaufen. Streber, aber ohne wirklich gut zu sein (wie ich einer war), sind Kinder, die vergleichsweise unbedarft in das Problem geraten, einen eigenen Kurs im Leben zu finden. Einige lernen nur allmählich, sich durchzusetzen, später als diejenigen, die bereits im Unterricht effektive Opposition zu den Lehrkräften üben. Den Schulterschluss mit den anderen suchen, hilft in der Gemeinschaft klarzukommen. Manche Schüler verstehen bald, eigene Netze zu weben und lernen das soziale Gefüge mit den Gleichaltrigen bereits vor dem Abschluss kennen. Sie sind eindeutig bevorteilt, was die eigene Entwicklung betrifft. Die Noten stehen dem tatsächlich Intelligenten weniger im Vordergrund, sondern neugierig zu sein und erste, eigene Erfahrungen zu machen. Lebhafter Austausch mit ihresgleichen wird einen Vorsprung bedeuten, wenn das Leben nach der Schule beginnt. Ab diesem Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft eigenverantwortliches Handeln von jungen Menschen.

Zunächst aber scheinen diese Schüler mit dem Hang, den Lehrer nachzuahmen, besser abzugehen, weil sie Gespür für das Empfinden der Erwachsenen haben, welche die Welt aktuell gestalten, in die es hineinzukommen gilt.

Das Thema kann nicht pauschalisiert werden, ohne grobe Vernachlässigung einzelner Schicksale. Die Welt möchte nicht von mir erklärt oder belehrt werden. Eine übergreifende Erfahrung; Dinge, die mich viel zu spät geändert haben, zu dem, der ich heute bin. Man ist ja nicht, sondern wird immer weiter Mensch, weil wir nicht statisch verstanden werden können als Lebewesen. Ich begriff erst allmählich, unsere Bundesrepublik Deutschland als stabile Heimat wertzuschätzen. Ich bin damals eines von diesen politisch interessierten Kindern in der Schule gewesen. Der Wunsch, Leitende zu kennen, blieb. Meine Nähe zur Schenefelder Dorfpolitik endete bekanntermaßen krachend, und heute tue ich mir als spottender Rufer in der Wüste keinen Gefallen.

# Na und?

Was macht das schon; dem Kreativen ist die Lust eine andere, bessere, finde ich sogar, als Eitelkeiten einer Handlungsträgerin ausleben zu müssen, die das eigene wie egoistische Sozialverständnis tatkräftig anbefiehlt und dessen Umsetzung hinbekommt. Das wäre das Ziel der Politik oder Verwaltung im Staat: Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen, deren Bestrebungen zu respektieren und den vielschichtigen Motivationen gute Lenkung anzubieten. Was ich also mag an unserem Land, ist der Rahmen, den es uns gibt.

Ich mag die anderen Menschen nicht. Das ist die bittere Kehrseite dieser Erfahrung. Mir gefällt, dass Beziehungen unsere Freiheit begrenzen. Der Schock meines Lebens besteht in der Erfahrung, dass ich wie jeder andere nicht wenig Macht in den Gliedern habe und manche Angst vor mir. Der Mensch kann töten, auch sich selbst. Viele scheinen’s nicht als ihnen gegebene Möglichkeit begriffen zu haben. Der böse Mensch oder Präsident irgendwo, das könnte jeder von uns sein, glaube ich.

🙂