Eine Geschichte in zwölf Bildern, warum? Daraus kann man einen Kalender machen, das ist ein Grund. Und: Ich wollte ein Konzept entwickeln, eine lange Geschichte umsetzen, mehr erzählen als auf einem einzigen Bild. Wie in einem Film. Plötzlich ging das, da ich einen neuen Eingang in meine Fantasie fand. Es wurde möglich, Erinnerungen mit quasi Schauspielern in fiktiven Situationen neu zu gestalten. Es ist nicht nötig, Inhalte eins zu eins wie im illustrierten Krimi nachzubilden. Du kannst verschrobene Facetten einer Traumsequenz formen. Lücken in der Logik werden im Kopf des Betrachters mit eigenen Bildern gefüllt. Jack London entwickelte sein Thema, nachdem er selbst das abenteuerlichste Leben riskiert hatte. Joseph Conrad fuhr zur See, bevor er schrieb. Der Maler Caravaggio floh in eine andere Stadt, um Beschuldigungen auszuweichen und weiter malen zu können. Wenn man absurde Realität malt, können Elemente kombiniert werden, die in Wirklichkeit ganz andere Bedeutung haben. Ein banaler Hauseingang kann zum Eingangstor in ein Gruselkabinett geeignet sein, wenn das eigentlich nur ein nettes Lokal in irgendeiner Stadt ist. Als Maler stelle ich andere Architektur an seine Seite, erfinde noch ein Boot oder so dazu.

Kunst muss mehr sein als gefällige Deko, und sie muss dem Individuum entsprechen das schafft. Kunst muss persönlich sein. Blakey’s Theme, das ist ein Stück von Art Blakey, dem Schlagzeuger. Eine eigene Musik, der eigene Stil. Müssen wir Erfolg haben, wie die Berühmten? Oder dürfen wir alle uns auf auf den ganz eigenen Weg machen, auch wenn der wenig erfolgsversprechend im Dunkel einer ungewissen Zukunft verläuft? Nicht ohne Grund wird hier vom Casting erzählt, von einer jungen Frau. Nicht willkürlich sind bunte absurde Situationen gemischt mit – ja, wie soll ich das nennen? Wie wurden Tim und Struppi erfunden, wie Asterix? Wer sind Schulze und Schultze, der Kapitän, und wo mögen Automatix, Verleihnix und Gutemine herkommen? Haben sie Entsprechungen in der Realität ihrer Erfinder Hergé, Goscinny und Uderzo?

Kalte Küche ist ein schräg verwunschener Traum, auch Albtraum, in jedem Fall eine Geschichte von Zwang, Abhängigkeit und Befreiung. Es ist die Geschichte vom Erwachsenwerden. Dichtgemacht wird diese „Küche“, und mein Mädchen ist frei, das ist es. So hätte ich das gern. Wenn ich male, bestimme ich wie’s ausgeht.