Worte kann man missverstehen, darum wird ja auch gemalt. Unsere Köpfe sind voller Begriffe. Eine bunte Kiste! Es mag womöglich ein Nachteil sein, in Worten zu denken? Da kann der Mensch sich selbst was vorplappern und auf andere hereinfallen, die gar nicht da sind. Die eigenen Gedanken sind nicht bei allen gleichermaßen frei. Darum denken manche, die lernten darauf zu achten, alternativ in Bildern. Das geht ja auch schneller. Wenn ich einen Satz mit sagen wir zehn Elementen denke, schaffe ich in der gleichen Zeit bei nur einem Bild mehr als tausend Wörter durchzudenken. Dass tatsächlich alle, auch diejenigen, die es eher selten an sich bemerken, genauso in Bildern denken wie Künstler oder der berühmte Albert Einstein kann zum Problem werden. Einstein, der szenisch beschrieb, wie ihm die Relativitätstheorie eingefallen ist, sollte unser Vorbild sein.

Aufmerksamkeit ist eine gute Sache. Bilder im Kopf, auch mit Ton unterlegt, der zu einer Erinnerung dazugehört, werden für manche fatal, wenn ihr Gehirn sie quasi rechts auf der Standspur überholt mit einem unbewussten Filmchen. Einige wären besser dran mit einem blinden Gehirn, das meine ich.

# Angst und Motivation

Ohne zu denken, sich also bewusst zu sein, in welchem Zustand man ist und wohin motiviert, kann niemand existieren. Schon Babys können intelligente Bewegungen und das nötige Geschrei im rechten Moment zuwege bringen. Obgleich Kinder anfangs nicht sprechen können, denken sie und demnach anders als Erwachsene. Denken findet auf mindestens zwei Arten statt, verbal und nonverbal, und wenn man ein wenig darüber nachsinnt, wird es noch schwieriger zu beschreiben, wie’s abläuft. Man kann üben, sich selbst dabei zu erleben, wie man Dinge eigentlich tut. Da sind Handlungen, welche ein Mensch im Weiteren zu verantworten hätte. Unbewusst und gewohnheitsmäßig übersieht man leicht, dass Tätigkeiten auch anders gemacht werden könnten. Weil jemand allein im Raum alles verschuldet, das er wörtlich anschiebt, auf den Weg bringt, hilft ihm Bewusstheit, neurotisches vom gewünschten Verhalten zu trennen und verstehen. Die Umgebung beschuldigt uns ständig. Auf sich selbst bezogen zu denken, bedeutet Schuld nicht grundsätzlich anzunehmen, sondern seine Fehler aus dem Kontext zu bewerten, den man individuell für sich begreift, nicht aus Sicht von Mutter oder anderen.

„Das war nicht ich. Das hat mein Popo ganz allein gemacht, den Pups, Oma“, sagt das Enkelkind. Eine gute Methode, zu bemerken wie entspannt man momentan arbeitet, ist wie dieses Kind zu reagieren und konsequent alle Schuld von sich zu weisen. Das Brötchen habe selbst die Schuld gehabt, vom Tisch zu fallen, der blöde Schlüssel wolle nicht passen und der dumme Regen sei schuld, dass mein Fahrzeug auf der Straße rutscht; so kann man sich freikaufen von jeder Verantwortung. Das wird Ärger geben, sofort. Wer das mitbekommt, schießt unverzüglich dagegen: „Quatsch, was du da sagst. Natürlich bist du selbst dran schuld!“

Während der Jahre, in denen ich mit meiner Kunstfreundin, so sage ich mal, korrespondierte, mich traf und einiges unternahm, kam es parallel zu unerfreulichen Erlebnissen, die eine Beschreibung dessen sein könnten, was ich meine, mit Bildern, die sich aufdrängen, gedacht zu werden. Bestimmte Sachen macht man ja nur zu Hause, wenn man sich allein wähnt. Fluchen zum Beispiel. Auch geht niemanden etwas an, was ich mit mir anstelle, während ich einen Porno schaue. Das ist meine Meinung jedenfalls. Streit in der Familie oder Blähungen, die man mit sich allein verfurzt, sollten nicht zum Spaß der Nachbarn werden. Das ist heute anders? Jeder kann ein Mäuschen sein, welches geschickt die Mikrofone manipuliert. Es lohnt sich nachzudenken, ob wir gerade Teil der größten Spionageaffäre von Schenefeld geworden sind – wenn diese Möglichkeit gegeben ist. Moderne Zeiten für alle. Die digitale Welt macht es eben möglich, das ist ein Fakt. Die Frage ist eher, wie interessant jemand (für wen) ist, ob es sich lohnt und wie viele aktive Zuschauer der Unwissende zusammen bringt.

Nicht davon zu wissen, ausspioniert und vorgeführt zu werden, bedeutet nicht, man wüsste es geschehe nicht. „Ist doch egal“, wäre eine Einstellung, die es zunächst zu erforschen gilt. Ein gutes Beispiel, sich in die Problematik hineinzudenken bieten Mädchen vor der Webcam entsprechender Plattformen mit dem freizügigen Angebot. Sie sollten mit sich im Reinen sein, wenn sie dem Nachbarn begegnen und dieser verschämt beiseite sieht. Wer sich vor der Kamera nackig macht, weiß in der Regel davon. Bleiben die Dummen, die nichts wissen, aber Fantasie aufbringen, es könnte so sein?

Das Problem der Kriminellen war schon immer, das mit der Anerkennung hinzubekommen. Man möchte mit seinen Taten renommieren. Das begünstigt Leckagen im Netz der heimlichen Mitwisser, einigen ist das Unterfangen peinlich. Solche teilen ihre Geheimnisse mit dem Opfer eines Cyberangriffs. Selbst wenn das alles gar nicht wahr ist: Ein geübter Fantast schafft es, sich vorzustellen, dass Fremde augenzwinkernd durchblicken lassen, sie wüssten was. Das heißt unter Fachleuten Paranoia, was dabei herauskommen kann, wenn man glaubt, die anderen reden über einen selbst und wüssten von Dingen, die sie nichts angingen.

# Meine neuen Freunde

Es kann auch helfen. Bei konkreten Hinweisen wird jedem klar, dass etwas wirklich geschieht und anderes nur Einbildung ist. Daraus kann sogar eine Methode werden. Die Idee dahinter ist, eigene Freiheiten gegenüber der Umgebung auszubauen, Beziehungen neu zu bewerten. Künstler und andere mit einer ausreichenden Öffentlichkeit machen diese Erfahrung und lernen dazu. Vielleicht ein Grund, kreativ zu sein, wer weiß?

Eine Beschreibung und angedeutet, was mich weiter antreibt, zum Schluss. Mancher Schuss geht nach hinten los. Insofern hat meine Kunstfreundin die volle Breitseite eines Bumerangs an den Hinterkopf bekommen, den wer auch immer warf. Einige reden ja, und ich, mit mir redet niemand mehr drüber. Das ist nicht lustig, hilft aber, die Welt ein wenig besser zu verstehen, wenn man sich lustig macht über früher in Wort und Bild. Unsere Geschichte, da wird es schwer, den (ersten) Schuldigen zu benennen. Ich nehme es gern auf mich und spotte doch darüber.

# Der Schuldige, letztlich bin das immer ich

Ich war und bin interessant genug. Und blöd scheinbar? Das gefällt mir, verspottet zu werden, weil ich weiß, was ich kann. Ich bin fröhlich, gebe mich gern unschuldig, hielt mich doch an das Gebot „wer ohne Schuld sei, werfe den ersten Stein“ und malte, bis es knallte. Das war nicht ich, das hat mein Popo ganz allein gemacht, so eine Scheiße rauszudrücken. Und ab dafür.

🙂