Zensur ist überall. Auch bei uns. Es gibt keine vollkommen freie Freiheit. Selbst YouTube ist moderner geworden: „Mag ich nicht“, Daumen runter! Wir können das klicken, sichtbar für den, der online gegangen ist mit seinem Scheiß; die anderen vielen sehen die Abstrafung nicht mehr. Zweifel am Stil der Menschen im digitalen Umgang miteinander, an der Qualität von Aussagen und öffentlicher Druck, mögen der Anlass gewesen sein zu handeln. Die digitale Wahrheit ist ohnehin eine Lüge. Fake-News für alle sind Realität geworden. Wir fragen uns, ob jemand seine Follower kauft? Wir zweifeln, ob eine Veröffentlichung aus trivialem Neid absichtlich mies gemacht und unerlaubte Technik eingesetzt worden wäre, um das Werk niederzumachen.

Soziale Medien werden als böser Tand der Moderne kritisiert, nicht zuletzt Telegram. Auch über das schnöde WhatsApp rotten sich die Horden zum „Spaziergang“ zusammen. Das möchte man unterbinden. Manchmal aber würde sogar Gutes bewirkt, wenn wir der Freiheit nur ihren Lauf ließen, heißt es. Als Trump-Gegner mehrheitlich die Karten für eine Veranstaltung kauften, um gerade dort nicht hinzugehen, kam das gut an. Donald allein im Stadion, Ha-ha.

YouTube für Bessere ist smart? Die böse Hand mit dem abwärts gerichteten Daumen, den schon die alten Römer kannten, wurde amputiert. Das ist eine elektronische Handfessel, moderne Kastration, entsprechend der am Fuß unserer Straftäter draußen, denen man einiges zumutet. Jetzt dürfte das Bild auf verborgene Weise verbogen sein. Niemand disliked, wenn nur der Autor das sieht. Insofern weiß auch keiner, wie etwas bei freier Meinungsäußerung reflektiert würde. Wer Schwachsinn verbreitet, dürfte sich nun bestärkt sehen weiterzumachen. Ich kann mich einfühlen: Meine Texte dürften auf einer öffentlichen Plattform scheitern. Ich schreibe weniger als Leserbriefe an eine Zeitung, bin der totalen Nichtbeachtung anheimgegeben mit dem eigenen Fenster ins Nichts.

Die eigene Meinung für sich allein haben, wie viele Dislikes ein Video bekommt, verbirgt man: Das verstümmelte Medium, denke ich, die Weltretter haben gesiegt. Die Zensur von ihrer besten Seite, so menschlich fair. Immerhin können wir noch erkennen, ob sich Millionen für einen Film interessieren oder nur einige hundert. Könnte man verbieten. Diffamiert diese Zahl nicht etwa Schwächere, weil Menschen nun unbekanntere Videos ignorieren? Man könnte fordern, auch diesen Hinweis aus Fairness gegenüber gering aufgerufenen Darstellungen zu verbergen; soziale Soße ertränkt das Böse nicht.

# Kommentare deaktiviert

Stille ist besser. Auch ich rede gern und möchte unwidersprochen vortragen. Trotzdem werden täglich neue Ideen geboren. Einfälle sprießen wie Kraut in die Zivilisation. Menschen haben den Gurt im Auto, die Energiesparlampe oder den Helm für das Fahrradfahren erfunden. Unermüdliche konnten den Brandmelder an der Decke, den Airbag (sogar an den Seiten vom Auto) und manches andere zu unserem Schutz installieren. Vollständig geimpft zu sein, hieß anfangs zweimal „Biontech“. Das reicht längst nicht mehr. Gärtner der neuen Zeit haben einen schwächelnden Wirtschaftszweig mit bis dato unbekannter Produktion belebt und zum starken Ast einer beachtlichen Sicherheitsindustrie anwachsen lassen. Kreativ bleiben! Das Rauchen im Pkw müsste man grundsätzlich verbieten. Beim Anschauen von Pornos zuhause, könnten wir dem Konsumenten vorschreiben (um ihn selbst vor Voyeurismus und Erpressung zu schützen), eine Maske zu tragen. Auf einen Gurt, sich anzuschnallen wie im Auto, dürfte der Masturbierende zunächst verzichten. Das befiehlt der Staat erst in einem späteren Schritt, um Alte, die im selbstgerubbelten Orgasmus vom Stuhl fallen könnten, zu schützen. Das ist doch keine Satire! Unfreiwillige Mitschnitte am Strand oder in der Umkleide stehen bereits auf dem Index. Da hier in erster Linie Frauen die Opfer sind, sollte Spannern geholfen werden, die im privaten Wohnzimmer wichsen. Der Staat muss natürlich weiter große Lausch- und Glotzangriffe hinbekommen. Eine schwierige juristische wie technische Gratwanderung.

# Wir schaffen das

Du schaffst es! Jeder kann es schaffen. Längst Geschichte ist der amerikanische Traum, ein Tellerwäscher könne noch Erfolg haben. Diese fantastische Vision besiegte Sowjetrussland. Ich wurde damit gefüttert, wie großartig etwa Kennedy und die Amerikaner überhaupt alles machten für uns. Wir dummen Deutschen lernten, allerbeste Demokraten zu werden. Das sollten diese aggressiven Putinrussen heute mal nachmachen. Die Freiheit des Einzelnen gab der westlichen Welt insgesamt Kraft, nach dem Motto, etwas ist so stark wie die einzelnen Teile darin. Wir sind sauber heute. Sogar ein Star meiner Jugend, Heidi Kabel, ist jetzt als böse erkannt worden und wird posthum entnazifitziert. Wenn nach ihr eine Straße benannt wurde, muss nun ein Gegendenkmal aufgestellt werden oder mindestens ein Schild, dass den Kindern erklärt, wie verlogen das Ohnsorg-Theater damals war, dieses Monster auftreten zu lassen.

Freie Kräfte werden eingefangen, statt dass sie noch etwas Gutes sind. Die Demokratie wankt. Inzwischen sind aus den vielen Kräftigen reichlich Aggressive geworden. Das wird zum inneren Problem und hat anderswo zur Idee einer „gelenkten Demokratie“ geführt, die gezügelt probiert, so zu tun als ob. Jetzt scheint es, als wäre das moderne Russland am Ende und wieder genau dort, wo die Sowjetunion gescheitert ist. Jede Freiheit findet ihre Grenzen. Auch der Einzelne im Staat bei uns. Wir haben Regeln wie alle Gesellschaften. Und Russland, das unfreie Land, erkennt eben die Freigeister der Ukraine als Nazivirus. Verkehrte Welt ist das mitnichten. Der alte Kampf zwischen Gut und Böse beinhaltet zunächst die Definition, was gut oder schlecht ist.

Meine persönliche Meinung ist die Voraussage, dass „ein größerer Frieden“ als der aktuelle Krieg erreichbar ist. Die russische Führung etabliert alternative Begriffe als erlaubte Form der Berichterstattung. Eine Militäroperation würde durchgeführt, ein Konflikt bestünde. Das darf man sagen. Das klingt doch moderat. Wir werden dergleichen kopieren, bin ich mir sicher. Bei uns werden bislang nur Leichen unscharf verpixelt, ein Anfang zum smarteren Fernsehen mit gelenkter Information? Da könnten ja Kinder verstört werden bei diesem Anblick.

Wir sind eingebildet: Niemand kann so tun, als gäbe es, reduziert um Moskau herum, eine territoriale Insel. Ein quasi amputiertes Russland (im weit ausgedehnten Asien) dürfe gern Putins Land bleiben, und wir drumherum gängelten den Verwirrten? Eine idiotische Idee. Die größere Realität wird gewinnen, aber das ist nur meine Meinung als nebensächlichster Autor. Wir werden die Kernversorgung aus Gas, Öl und Weizen, die uns die Ukraine wie Russland und andere bislang sicherstellten, nicht ersetzen können. Nicht sofort und genauso wenig in einigen Jahren. Das zwingt uns insgesamt zum Frieden, und das wird einer sein, in dem weniger geschossen wird als jetzt. Wenn der russische Präsident das innere Opfer seines eigenen Systems werden sollte, folgt ohnehin ein symmetrischer Nachfolger.

Mit derselben Blindheit wie Blödheit, anderen das Gutsein aufzwingen zu wollen, gehen Menschen im Kleinen miteinander um.

# Achtung Satire, jetzt wirklich!

Wir sind eine gute Demokratie mit dem korrektesten Staat der Welt. Zwischen Deutschland und Russland liegen Lichtjahre. Darum ist ein Krieg in Europa auch verboten worden. Wir sind so achtbar, dass unsere Soldaten keine einsatzfähigen Waffen benötigen. Dafür haben wir im Inneren ein System, das sollte sich Herr Putin einmal anschauen, damit er das lernt mit der Vielfalt, der Korrektheit und bunten Diversität bei uns. Einiges geht auch unserem Staat zu weit? Das darf man nun wirklich nirgendwo gar nicht schreiben: Zum etablierten Scheißbullen und alltäglichen Denunzianten gesellt sich eine moderne Kuh (wie Ziege) der Psychologie, als eierlegende Wollmilchsau der modernen Kriegführung, welche eine Deutungshoheit beansprucht, wenn das Verbrechen nicht recht herauskommen mag. Ihre Aufgabe besteht darin, Beute zu machen für den Staat, und Täter zu schaffen, die erst welche werden könnten. Wir haben dafür den Begriff „Gefährder“ erfunden. Das Wort müsste doch genderbar sein? Wie ungerecht, dass bislang nicht berücksichtigt wurde, wie gefährlich Frauen als solche sind. Oft kommen diese (glücklicherweise) nicht effektiv zum finalen Schuss; das mag ein Grund sein? Ihre Motivation ist unredlicher Natur. Der Wunsch zu bestrafen, Opfer, wo noch keine sind, zunächst zu kreieren, führt zur Jagd auf ausschließlich Männer und eine konstruierte Beweislage, die vor Gericht selten Bestand hat. Die Anwälte der Angeklagten haben inzwischen ja auch aufgerüstet.

Meine Meinung, und hoffentlich erlaubt: Polizisten scheitern grundsätzlich. Das sind die Doofen, die schon in der Schule die anderen Kinder verpetzten. Das Problem des Aufpassers ist, er weiß nicht, was dem Aggressor als nächstes einfällt. Der Polizist ist ein Automat. Ein Täter ist kreativ wie jeder Unternehmer. Dasselbe zeigt sich in der Politik. Eine sozial dominante Politik ruiniert das Land. Der Kreative gewinnt, der vermeintliche Umverteiler zum Guten hin ist mitnichten der beste Robin Hood, sondern ein Idiot. Gutmenschen bringen noch eine nationale, denunziantische Polizeigesellschaft hervor, in welcher auch der linkste Sozialdemokrat nicht leben möchte. Rot, wenn es zu viel möchte, scheitert schließlich – und schafft braun.

Der besiegt geglaubte Kommunismus ist in Russland zurück an der Macht. Und so eine Macht wie die in Moskau ist offensichtlich braun, wenn das die Farbe der Diktatur bedeutet. Die Ukraine müsse entnazifiziert werden, sagte Außenminister Lawrow – wer glaubt das denn von so einem? Wenn Selenskyj und seine Klitschkos nicht so sympathisch wären, hätte Putin leichtes Spiel. Wer sagt: „Ich brauche keine Ausreisegelegenheit. Ich brauche Munition“, gewinnt Herzen. Ein Lehrstück sozialen wie menschlichen, kämpferisch kreativen Verhaltens ist der brutale Kampf um die Ukraine. Aber nur so lange er sich nicht ausweitet und auch bei uns Bomben fallen. Morgendliche Betrachtungen im Bademantel aus dem geheizten Atelier sind einfach und gefallen mir. Ich mag es zu schreiben und Skizzen zu zeichnen. Ich habe eine Tastatur und ein Fenster zur Welt mit meiner Webseite. Ich bekomme keine Dislikes oder dergleichen. Ich treffe Menschen auf der Straße, und das geht mal so, mal so. Die Interpretation ist individuell. Ein Kampf der Mimik, und manche haben mehr Angst. Auch insgesamt in der Weltpolitik bleibt die Lage unübersichtlich. Wir dürfen natürlich besorgt sein. Wahrscheinlichkeit hilft, wie in der Pandemie. Es ist weniger wahrscheinlich, schwer an Covid zu erkranken, als die Nachrichten suggerieren. Und ein dritter Weltkrieg ist unwahrscheinlicher, als ein allmähliches Zurückfahren der Kampfhandlungen. Die Attacken werden unauffälliger, und wir gewöhnen uns. So bitter das klingen mag. Wir stumpfen ab, und wer Wege findet, wird sich dahin flüchten, wo es besser geht. Man glaubt es ja nicht: Nicht wenige ziehen extra ins Kampfgebiet aus aller Welt! Nicht um Frieden zu stiften. Sie wollen mitballern.

# Legionen

Er ist noch nicht zu Ende gekämpft, dieser Freiheitskampf der Ukraine, und es ist zugleich die Freiheit Russlands, eine innere wie äußere Stärke, die keine auf einen bösen Präsidenten reduzierte Wahrheit bedeutet. Vom Löschen der Nachrichten wird berichtet und wie gelenkte Information die Staatsmacht Putins stütze. Das ist eine einfache Wahrheit für uns Demokraten, und sie mag im einfachen Sinne stimmen. Wir sind viele und äußern uns ungezügelter, werden nicht vom Staat beschnitten, sondern von denen, die wir nebenan verletzten. Wir können uns entfalten, und die Russen nur im engen Rahmen der Treue zur Regierung. Unsere Politiker werden gewählt, das kann nicht bestritten werden, nicht einmal von denen, die eine Lügenpresse bemerkt haben wollen. Diese extremen, als quer und verschworen gebrandmarkten Außenseiter haben aber nicht deswegen so viel Aufmerksamkeit und Zulauf gewinnen können, weil sie eben Bescheuerte wären, sondern weil sie etwas bemerkten, dass als Thema relevant ist. Die Entdeckung, dass ein vorhandener Mainstream nicht wenige an den Rand drängt, hat Fahrt aufgenommen.

Dass sich Parteien bilden, also Gruppen zusammenfinden für oder gegen etwas, ist nicht neu und keine Erfindung der digitalen Medien. Neu ist die fixierte Kommunikation. Schreiben statt reden hat unsere verbale Welt geschaffen, die mit einer Dynamik aufwarten kann, die dem Rumgeballer im wilden Westen nahekommt. Worte töten. Wir reden ja nicht ins Leere des Äther, sondern verewigen jeden Satz. Das Geschrei um die Zulässigkeit der Bodycam bei der Polizei war groß. Es ist ein Wettrüsten um die Belegbarkeit des Vergangenen, anschließend die Schuldkanone laden und abfeuern zu können. Der juristische Streit um diesen Videobeweis im Alltag ist bereits Geschichte wie der idealisierte (oben zitierte) amerikanische Traum, welcher uns ein Monster wie Donald Trump herangezüchtet hat. Es bedeutet die Mutation vom skrupellosen Geschäftsmann zum Geisteskranken, der weiß was er tut. Ein Psychopath im Anzug an der Spitze. Wer glaubt, zwischen Trump, Joe Biden oder Putin wären moralisch differenzierte Unterschiede, die beim Wahlgang zu bemerken nützte, könnte sich geirrt haben. Die modernen Staaten stehen im wirtschaftlichen Konkurrenzkampf wie sie voneinander abhängig sind. Weicheier oder zu offene und sympathische wie ehrliche Menschen scheitern an der Spitze einer Regierung und im kleinen Dorf.

Die hohe Zahl der Suizide aufgrund von Anfeindungen, die oft anonym geschehen, sind ein modernes Problem. Eine Begegnung von Angesicht zu Angesicht mit der vollständigen Palette unserer menschlichen Ausdrucksformen wäre die natürlichste Weise, sich die Meinung zu sagen. So wie das Gewehr als eine Weiterentwicklung von Pfeil und Bogen die Indianer besiegte, die den steinzeitlichen Vorfahren unterdrückt haben (und die Urmenschen welche, die mit der bloßen Faust kämpften), erleben wir heute das verbale Aufrüsten.

Während ich früher noch gern ins Kino gegangen bin und Filme im Fernsehen angeschaut habe, zappe ich heute durch. Scheinbar unmöglich, mich auf eine Handlung einzulassen, sehe ich nur Minuten zu, bis ich den Inhalt begreife. Kürzlich kam die Geschichte des Gefechts am O.K.-Corral. Das hatte ich noch nie verfilmt gesehen. Ich benötigte nicht lang, in Kirk Douglas den Doc Holliday zu erkennen. Etwa, als Morgan beschließt, seinem Bruder zu helfen und der Lungenkranke eine Mitfahrgelegenheit findet, schaute ich ins Drama rein. Dann habe ich mich schnell verpisst, durch andere Kanäle gezappt, bis ich auch das aufgegeben habe. Viele Jüngere schauen kein Fernsehen, vernünftig. Die Story um Wyatt Earp ist mir bekannt. Das habe ich als Jugendbuch gelesen. Es war als Dokumentation für größere Kinder nett verfasst. Wir sollten lernen, zwischen Fiktion und Geschichte Unterschiede zu begreifen. Die Schießerei ist soweit, als das Ganze tatsächlich passierte, wahr.

Aus der Vergangenheit eine Geschichte zu formen ist menschlich seitdem wir sprechen. Mit der Schrift ging der Mensch seinen Weg in eine künstliche Welt wie er Häuser gebaut hat und Schienen verlegte, Straßen pflasterte, Pferd und Wagen modernisierte. Der Film entwickelte sich und heute das einfache Video für alle. Ein Fehler der modernen Weltretter besteht darin, im Medium selbst das Böse zu erkennen und deswegen eine Zensur zu fordern. Es werden dieselben, vermeintlich besseren Menschen sein, die in Russland oder China staatliche Eingriffe in die Informationen brandmarken. Das Problem ist kaum die Technik, sondern zunächst der Mensch an sich, nämlich der Ärger, den der Einzelne mit der Gesellschaft hat. Die kleine Welt drumherum zu pflegen, ist besser, als im Vorgarten vom Nachbarn die Pflanzen zu vergiften. Eine kreative Blume züchten und das eigene Leben fruchtbar machen, hilft. Andere beschuldigen, vor ihnen wegzulaufen, die digitale Vergangenheit löschen, bedeutet fixiert auf damals abzuhauen. Auf Früheres aufbauen ist das Gegenteil vom rückwärtsgewandten „nach vorn schauen“, das man immer lauter beschreien muss. Unter die Vergangenheit ein Strich ist nicht mehr als das. Eine Linie macht noch kein Bild.

# Ein persönliches Beispiel zum Schluss

Die erzwungene Illusion und gegenseitiges Versteckspiel aus verschiedenen Motiven haben mich korrigiert, an vieles noch zu glauben. Danke dafür. Meine kurze Ewigkeit ist in ein Bild gemauert, und das habe ich weggeschenkt in den Müll der Kripo von Pinneberg – glaube ich. Gemalt ist festgehalten, was flüchtig bleiben sollte. So künstlich ist der Mensch. Man sagt etwas so dahin, will nur nett sein. Geschrieben bleibt es für immer: „Ich möchte, dass du weißt, dass ich für dich da bin“, erweist sich als Floskel wie „einen schönen Tag wünsche ich dir“, wenngleich eine persönliche Mail tiefer geht und man es beim hingeworfenen Abschiedswort nicht wichtig nimmt. Wir können’s nicht allen recht machen! Einen Schluss zu finden, wird um so schwieriger, je weiter wir von uns selbst entfernt sind. Jemanden dazu ermuntern, über sich hinauszuwachsen, kann bedeuten, eine Person über die Umlaufbahn hinweg zu verlieren, von der ein Mensch die heimatliche Erde noch erreichen kann.

Mein Vater starb, nachdem meine Mutter vom Krebs gefressen wurde, ich den Verstand verlor. Am letzten normalen Tag mit (der, dessen Name nicht genannt wird) liefen wir beide durch Blankenese zum Strand. Da war nichts mehr normal zwischen uns. Die gegenseitig zur Schau gestellten Fassaden waren durchsichtiger als je zuvor. Meine gefakte Freundin wollte nur noch weg, es hinter sich bringen. Bitter. Manches bleibt hängen. Ich fragte: „Die Zahlen in deiner Adresse sind das Geburtsjahr?“ Sie bestätigte und meinte, es müsse auch noch weg. Alle privaten Hinweise müssten verschwinden. Dann weg, in das schottische Schattenreich, weiter und nie zurück: Die Ausbildung zum, ja ich frage mich: für was eigentlich?

„Mein Vater hält ja auch nichts von der Polizei, wegen der Sowjetunion und der Verfolgung dort damals.“

Ein gruseliger Tag, und der Anfang unendlicher Auseinandersetzungen mit den sogenannten Erwachsenen aus Schenefeld. Das sind tumbe Helfer, mögliche Spuren zu verwischen, die dümmsten Trampel in einem anspruchsvollen Geschäft. Sie machen sich bis heute lächerlich. Diesen Weg gehe ich nicht mit, habe ich gedacht. Ich halte fest dagegen mit all meiner Kreativität! Ich gehe genau in die andere Richtung. Ich schaue direkt in dein schönes Gesicht. In Russland muss man zu lügen nicht üben. Ich sehe auf diesen Grund, und es ist der Blick in einen Spiegel: Du glaubst, du trennst dich, aber ich gehe nur den Weg weiter, den ich sowieso gehe. Das habe ich gedacht und kann es nicht vergessen.

🙂