Wenn Dummheit messbar wäre, könnte vielen geholfen werden. Wir messen die Viruslast bei Covid, die Antikörper nach der Impfung und die Intelligenz mit einem Test. Dummheit scheint nicht messbar. Warum? Im Alltag begegnen uns tagtäglich nötigerweise Probleme, denen wir nicht davonlaufen können. Die Schwierigkeiten sind individuell. Selbst genetisch gleiche Zwillinge, die über den Tag nicht dasselbe tun, erleben unterschiedliche Anforderungen. Intelligenz oder das Gegenteil davon können nicht wirklich gemessen werden, auch wenn es die Möglichkeit gibt, mittels Test Menschen zu erkennen, die besser darin sind, Aufgaben zu bewältigen. Die Schwierigkeit fängt mit dem Begriff Intelligenz an. Mit einem einzigen Wort möchte mancher das Leben beschreiben, eine Zahl dazu, fertig. Ehrlicherweise sollten wir uns davon nicht blenden lassen. Man kann eine Fernsehsendung konzipieren und die Anwärter um einen Gewinn kämpfen, vor der Kamera Aufgaben machen lassen. Ein auf das Arbeitsprofil zugeschnittener Test mag einer Firma scheinbar helfen, die aus vielen Bewerbern die besseren finden möchte. Jeder kann sich selbst daran versuchen, Schwierigkeiten nach Vorgaben in bestimmter Zeit zu lösen und das als Training begreifen. Warum nicht: Es lässt sich dabei nie vermeiden, dass jemand diesen Test und die darin zu bewältigenden Anforderungen konzipierte, das Ergebnis vorweg konstruiert hat und verfälscht – durch diese individuelle Einmischung in das Leben an sich, dem eigentlichen Auftraggeber unserer intelligenten Übungen.

Wir müssen einsehen, dass die Bewertung anderer eine Einmischung in unser eigenes Handeln darstellt. Eine soziale Komponente verzerrt die Messung unserer Leistung. Die Aktion selbst kann nicht gemessen werden, wenn das Messgerät, der bewertende Beobachter, die Antwort von vornherein manipuliert. Das ist regelmäßig der Fall; aktuelles Beispiel: Heute Morgen ist die Nachricht, die Ukraine habe den Eurovision-Song-Contest gewonnen und Deutschland läge auf dem letzten Platz. Ein bisschen Frieden war gestern.

🙂