Zu spät für dich

Es gibt nur einen Papst auf dieser Welt, die anderen Religionen sprechen mit den vielen Stimmen ihrer jeweiligen Prediger. Hierhin und dorthin weisen sie die Gläubigen, die sich für einen Gott entschieden haben, der ihnen gerade passt. Die Kirchen bei uns klagen über Mitgliederschwund. Der Missbrauch ist weiter das Thema bei den Katholiken, und wenn Herr Bedford-Strohm spricht, klingt er wie der Frank-Walter aus dem Bellevue. Der Bindestrich verbindet beide irgendwie. Als ich jung war, wurden wir in der Schule vor Sekten gewarnt. Schon immer hatte der Glaube diese gefährliche Seite, dass Menschen bereit sind, sich religiöser Führung unterzuordnen und andere es ausnutzen. Kann der Mensch sich seinen individuellen Gott maßgeschneidert designen? Es scheint zu funktionieren. Das moderne Bild vom lieben Gott, der gut in eine smarte Welt passt, Frauenrechte und sexuelle Vielfalt bejaht, hat sich erst mit den Jahren entwickelt. Parallel zum differenzierten System unseres Rechtsstaates formulieren moderne Prediger angepasste Spiritualität, die jeden in der Gesellschaft mitnehmen kann. Andernfalls verlassen Ausgegrenzte diese Kirche wie einen Verein. Die Gruppe derjenigen, die nicht Mitglied einer Glaubensgemeinschaft sind, sich jedoch nicht zum beherzten Atheismus durchringen können und weiter „irgendwie“ suchen, ist groß geworden. (mehr …)

Leben wie gemalt

Es ist eine These: Menschen lieben nicht, sie nutzen andere für sich selbst. Wir werden nicht geliebt. Wir suchen Liebe, aber wenn wir wo ankommen, ist es eine Täuschung. Das Ganze hält nur so lang, wie unser Gegenüber bekommt, weswegen wir in Beziehung sind. Veränderungen beinhalten das Risiko, dass eine Verbindung emotional verarmt und möglicherweise zerbricht. In guten und schlechten Zeiten: Es kommt vor, dass Menschen nicht nur einen Vorteil daraus ziehen, wenn da ein Partner ist, der ihre Bedürfnisse reflektiert, sondern andere mittels vorgetäuschter Identität gezielt ausgenutzt werden. Die Erfüllung in romantischer Liebe zu suchen, ist der Beginn visionären Denkens, möglicherweise der Antrieb überhaupt unterwegs zu sein – und der Anfang unendlicher Irrtümer.

Was treibt den Menschen, der Wunsch nach Anerkennung oder die Wut, etwas nicht zu bekommen? Möglich ist es, mit gefährlicher Atomkraft zu fahren wie im hochtechnisierten Unterwasserboot, vollgepackt mit finsteren Raketen, und andere segeln bloß naiv mit der Jolle oben rum. (mehr …)

Frisch gestrichen!

Den Worten Taten folgen zu lassen, ist eine berechtigte Forderung, wenn Enttäuschte annehmen, mit einer Absichtserklärung bedient zu werden. Heute verstehen wir unsere Umgebung als konstruierte Realität, weniger die Dinge zum Anfassen und Reinbeißen um uns herum. Wir wissen mehr als frühere Generationen, sind darauf angewiesen, belastbare Informationen zu bekommen. Der Anteil verstörter Mitglieder unserer Gesellschaft, die vieles anzweifeln, wächst. Nach dem Sommerurlaub bin ich damit beschäftigt, das begonnene Bild weiter zu malen. Kurioserweise begreife ich den Sinn, das zu tun und die nötige Motivation mich dranzusetzen, auch darin, dass mir die Brötchen von gegenüber nicht mehr schmecken. Die im Urlaub genossenen Backwaren der Inselbäckerei kamen dem früher Üblichen durchaus nahe. Echte Brötchen meine ich, nicht aufgebackene Teiglinge.

# „Frisch gebacken“ klingt lecker knusprig und ist ein beliebter Marketingbegriff. Bäckereien, Backshops mit Selbstbedienung oder sogar Discounter bewerben ihre Backwaren gerne mit dieser Aussage. Doch viele Anbieter stellen die „frisch gebackenen“ Brötchen aus vorgefertigten, gekühlten oder tiefgefrorenen Teiglingen her und backen sie vor Ort nur auf. Verbraucher haben allerdings ein anderes Verständnis von frisch gebackenen Brötchen. Das zeigen eine Studie, eine Umfrage sowie (…). Im Lebensmittelrecht ist „frisch gebacken“ nicht definiert, und auch die Rechtsprechung gibt keine klare Orientierung. So ist die Angabe oftmals eine leere Werbefloskel ohne jeglichen Anspruch an die Art der Herstellung. (Verbraucherzentrale, 2018).

Farbe auf die Leinwand aufzutragen, befriedigt als eine echte Herausforderung.

🙂

Kurze Arbeit

Meine Doktorarbeit ist anders. Nur „Spitzenfreunde“ begrüßen mich schon mal mit: „Herr Doktor.“ Ich weiß das zu schätzen. Es wertet diese Leute kaum ab. Augenzwinkernd schwanken sie zwischen petzen oder Klappe halten. Die sind unsicher, was sie mit ihrem Wissen machen sollen? So kommt es mir vor. Als wären wir allesamt Spione und scheinbar eingewoben ins Netz, zinken mir die Kollegen Bedeutsames zu. Das ist der beste Tratsch, zur Selbsthilfe empfohlen.

# Pss – st!

Ein treibender Eisberg scheint unterwegs. Das Meiste verborgen, nur eine Spitze davon kennend, pusten mir Fremde ein paar Schneeflocken vom Gipfel ihres Wissens ins Gesicht. Ich habe Ian Fleming gelesen, bin kein Plagiat. Normale Freunde werden mit Spitznamen geadelt. Von einigen Seglern auf der Elbe unterwegs, wissen manche nicht einmal richtige Namen. Jeder kennt Toddel, Telle, Adje, Plüm, Schampus, Müschen oder Petrus. Das ist durchaus ein Netzwerk. Was macht einen guten Freund, wie er im Lied besungen wird, aus? Nur Kocki, Piet und Niels nennen mich Jonni.

Anders die Frau, die ich kannte: Das hat mich klüger gemacht. Keine Freundin, Politiker bilden Seilschaften. Verbindung gerissen. Hätte ich besser zugehört, begriffen? Unsere Lieblingsbürgermeisterin bevorzugt die untadelige Gesellschaft. Ein pervers ausspionierter Hofnarr, war ich das? Gehörig abserviert. Zur Karrierefrau passt besser, man hat sauber promoviert. Blasiert gebildet, anstelle schmutziger Bilder ist so toll: „Einer der klügsten Menschen, die ich kenne“, Christiane über ihren Doktor Harvard. Er grinst hochgehängt von der roten Laterne. Wadenbeißern fällt schwer zu lächeln. Um sich nach oben zu fressen, braucht es die sichere Witterung und moralisch reines, rotes Parteifleisch. Aber Vorsicht, ich erinnere mich: Dem Genossen Heiko bescheinigte die Plakatschönheit einst „der sei taff.“ Kabul zeigt, manche denken anders drüber heute. Glatt wie Olaf Teflon „und ab dafür“, wenn’s wo brennt. Die soziale Partei, das weiche Ei. Meine Stimme geht nicht in die Urne, sondern in die grüne Tonne wie abgebildet. Ich habe meine Lektion gelernt – von den Spitzenfreunden. MfG Dr. John 😉

Wo ist Goethe jetzt?

Es ist wieder August. Durchwachsen ist dieser Sommer. Am Anfang war das Wort, denke ich oft abschweifend bei diesem Text, wenn es auch mal um die Ostseeinsel Fehmarn geht. Ich zeichne hier, wie jedes Jahr. Ich möchte gern einige Fotos integrieren, habe bereits passendes Material parallel zur Schreibarbeit aufgenommen. Eine Arbeit ist es, die kaum je Geld einbringen wird, aber keine Spielerei rund um ein vorgedrucktes Feld darstellt, mit bunten Hütchen drauf, die nach Anleitung gezogen werden müssen, mit den anderen albernd am Tisch sitzend. Das zu mögen, ist für mich die Kunst! Die Natur des Kreativen besteht darin, nicht normal oder gewöhnlich zu handeln. Urlaub und Arbeit, geht das? Wer sich langweilt, dem ist nicht zu helfen. Eine lange Geschichte. Die ich nicht kurz mal so hinbekomme, aufzuschreiben. „Das muss man ja nicht lesen“, meint die beste Lektorin von allen in so einem Fall. (mehr …)