Du musst jetzt stark sein, das alles zu lesen. Weil es lang ist. Du hast gefragt, und ich hoffe, dich damit zu erheitern, wie ich es dir erkläre, wie das mit Mast und Baum gewesen ist. Also: Ich habe die Jolle 1986 von Worms gekauft. Den Worms-Baum habe ich durch den ersetzt, der mit auf dem Bild ist. Der Grund war, dass Bernd etwa zeitgleich die „White Shadow“ bekam und einen Unterliekstrecker anbaute. So etwas hatte es noch nicht gegeben (in der Elb-H-Jolle). Der Worms-Baum war nach Ideen von Erich, so ein Baum müsste sich biegen, wenn man die Großschot dicht nimmt, um den Bauch nach unten wegzuziehen, gebaut worden. Dieter wollte umsetzen, was sein Vorbesitzer ihm geraten hat. Das ist also ein leichter, weicher Baum. Als nun Bernd mit dem neuen Boot anfing, diskutierte er gern mit allen und jedem, wie gut das sei, wenn der Baum sich nicht verformte und man stattdessen mit dem modernen Strecker trimmen würde. Das wollte ich auch, und so bekam ich diesen Baum von Peter neu. Das ist der Baum, den ich all die Jahre gefahren habe, den du kennst. Der biegt nicht und wiegt beinahe so viel, wie die ganze H-Jolle und noch ein wenig mehr, so kommt es mir vor. Er ist wirklich schwer. Das sollte man im Internet nicht schreiben. Dann will ihn niemand. Keine Ahnung, warum mich das jahrelang nicht gestört hat. Vor nicht so langer Zeit hatte ich genug davon. Es hieß, der Baum dürfe hohl sein, das hatte ich bisher noch nicht in der Vorschrift bemerkt. Ein gewisser Hauschildt war es glaube ich, dessen Baum ich zufällig mal in der Hand hielt, und das Ding schien mir irgendwie leichter zu sein. Nun habe ich also einen harten, geraden Baum, der nicht biegt und nichts wiegt, das reicht.

Ich mache einen Absatz. Das verbessert die Lesbarkeit längerer Texte, sagt man.

Der Mast: Das ist der Mast, den Peter baute, nachdem Kocki und ich den Mast absegelten, den Peter baute, nachdem Schenk und ich 1986 auf dem Sand (schon in der ersten Saison) den Mast absegelten, den Erich an Worms verkauft hatte. Das war der, den Erich bauen ließ, nachdem er gleich zu Anfang 1956 oder so seinen ersten Mast abbrach. Feltz hatte die Püttinge parallel neben den Mast gesetzt, nicht dahinter. Erich versetzte die Püttings um vielleicht zwei Zentimeter nach achtern und bekam den Mast, den ich abbrach – das habe ich oben geschrieben. Zum Vergleich, die Püttinge die Knief setzt, liegen rund zehn Zentimeter weiter achtern als meine. Nachdem ich nun den Mast abbrach, den Peter gebaut hatte, weil das Pütting, das Erich eingebaut hatte, nachdem er 1956 den Mast abgebrochen hat, aus dem Rumpf riss, vor Strande (diese Geschichte ist dir bekannt, und ich kann sie an dieser Stelle der Einfachheit halber weglassen), bekam ich den Mast, der auf dem Foto von heute Nachmittag ist. Von Peter in Harburg. Weil er uns aus Strande holte, hat er sich’s wirklich verdient. Es hat so geregnet. Ich weiß noch, wie Kocki und ich in Othmarschen oben auf die S-Bahn warteten, mit den ganzen Säcken, Urlaubsgepäck, es schüttete und Peter unten allein (das sahen wir vom Bahnsteig aus) mit dem Boot in Richtung Elbtunnel weiter gefahren ist. Der neue Mast, den der Meister lieferte, war mir oben zu dünn. Unter dem Schock von vor Strande stehend, hatte ich jedesmal Schiss vor dem Wind mit diesem Mast. Er hat sich wie doof nach vorn verbogen. Einmal, als du im Dwarsloch neben mir segeltest, und ich schreibe es, weil du dich möglicherweise daran erinnerst. Vielleicht ja auch nicht, und dann ist es auch gut, es festzuhalten finde ich. So gehen wichtige Momente nicht verloren. Darum bekam ich den Mast, den ich jetzt fahre. Der biegt sich genauso, aber wenigstens hatte ich etwas unternommen. Ich hätte auch die Püttinge versetzen können, das wollte ich nicht, weil das Boot vor dem Wind rast. Glaube ich jedenfalls, und das ist auch sehr wichtig, zu glauben, und wenn ich die Püttinge versetzt hätte, könnte ich das nicht mehr glauben, dass das Boot rast. Das ist wie mit dem Schleim am Schwert, aber das gehört nicht hier her. Frag einfach Eike, der hat das gesagt. Oder Kocki, die hörte, wie Eike es meinte. Das war mal an der Alster. Die Gaffel bekam ich, weil man halt gern auch mal ’ne neue möchte, nur so. Aber danach hast du nicht gefragt, und ich kann die näheren Umstände dazu weglassen. Ansonsten: Frag mich gern, wie alles mit dieser Gaffel war. Es ist die, die Erich nicht mehr verwendete – aber das weißt du bereits.

Eben kam noch eine Mail von dir.

Wenn ich die gleich gelesen haben werde, kann ich dir gern noch ausführlich etwas dazu antworten. Vorher muss ich das aber noch lesen, das kann ich jetzt nicht, weil ich dazu diese Mail in „Entwürfe“ legen müsste, und das muss ja nicht sein.

Einen schönen Abend!

John

Was sagst du nun?

Am 03.03.2021 um 18:45 schrieb (Name):

Hallo John,

Wieso hast du denn eigentlich mal Mast und Baum neu gemacht?

Die sehen doch ganz gut aus?

🙂