Putin gleich Politik, Polizei. Das ist alles dasselbe überall. Der russische Präsident ist im Großen das, was der kleine Dorfpolizist oder die Bürgermeisterin im armseligsten Kaff noch sein möchte. Getrieben vom Wunsch, über andere zu bestimmen, eitel sind die Menschen im Staat. Sie dienen nie dem Volk. Das sagen Politiker nur.

Jetzt ist Krieg. Der Despot hat seine Möglichkeiten genutzt, weil das politisch brachliegende Russland ihm den Platz dafür gelassen hat. Aber Olaf Scholz ist kein besserer Mensch als jener, der die Bomben wirft. Unser lieber Olaf ist im Rechtsstaat aufgewachsen und kennt es nur so, wie es hier ist. Der deutsche Kanzler fühlt sich wohl, weil er die Werte verteidigen darf, die seine Eltern erstritten haben. Eine leichte Übung, das Geld auszugeben, das die anderen ranschleppten. Unser moralisches Gesäusel ist symmetrisch zur Propaganda Russlands, und wir fallen gern darauf herein. Der einzelne hat viel mehr Komfort und Sicherheit hier. Der scheinbar unnötige Krieg (wo endlich dem blöden Virus die Luft ausgegangen ist) kommt zur Unzeit? Wir würden alle ärmer, sagte unser Finanzminister Lindner. Das stimmt. Mir fällt dazu ein, dass dieser Krieg unvermeidlich ist und die Menschheit bloß auf ihre Armseligkeit insgesamt runterstuft. Wir alle zahlen den Preis. Wir waren schon vorher ärmer, als wir glaubten es zu sein.

So viel wurde nun zerstört und unglaubliches Leid verursacht. Böse ist aber nicht der Präsident, böse kann jeder sein. Der Mensch versteht zu lügen, weil es eine Möglichkeit bedeutet, Macht auszuüben. Die Kirche bläst in das Horn der Sozialverbände, aber eigentlich bietet der Glaube uns die Möglichkeit, einen Weg zwischen den Abgründen zu finden. Wir müssten die Welt aufräumen, denkt mancher? Es genügt, den Rufmördern keine Wahrheiten zu liefern für ihr übles Treiben. Stell dir vor, es ist Krieg. „Und niemand geht hin“, hieß es noch, als ich jung war. Heute wird wieder aufgerüstet. Es ist müßig, die Welt besser zu machen. Der Mensch ist durch und durch böse und wird es immer sein. Nur der Einzelne kann sein Glück darin finden, auf Eitelkeit und Einflussnahme zu verzichten.

Der Mensch drängt zur Macht, wenn ihm der Sinn danach steht, andere zu gängeln und nutzt die Lüge, sein Handeln zum Wohle der Menschheit darzustellen. Wenn es keine Regeln gäbe, hätten wir keine Gesetzesbrecher, weil nichts zu brechen wäre. Menschenrechte sind nur ein Wort. Wäre jeder von uns wehrhaft und wüsste sich selbst allein abzugrenzen, benötigten wir die Hüter des Gesetzes nicht. Zunächst so eine feine Sache, die Menschen hätten alle verschiedene Talente, heißt es. Die einen arbeiteten dies und andere anderes. So erzählen wir’s den Kindern. Es gäbe Schwache, Alte, Frauen und Kinder etwa, und die benötigten unsere Hilfe, Schutz. Und im Weiteren wären dort böse Menschen, und deswegen hätten wir Polizisten, so wird es erklärt. Politik kümmere sich um das Land und die Bürgermeisterin ums Dorf; Zivilisation bedeutet Spezifikation der Produkte und maßgeschneiderte Konsumenten. Ein Mosaik, besser als die Natur, ein perfektes Sozialsystem.

Das schöne Bild der Wirklichkeit.

Als Künstler, Maler oder Schriftsteller schauen wir dahinter. Kreativität bedeutet, Erlebnisse ästhetisch zu transportieren. Eine Textstelle fällt mir ein: „Jemand hat eine Erfahrung gemacht, wo ist die Geschichte dazu?“ Es ist aus einem Roman von Max Frisch. „Mein Name sei …“. Ein Buch, das ich als Jugendlicher las und heute besser verstehe.

# Meine Geschichte

Ich musste den Bäcker wechseln und nun den Fischmann – wegen dieser Hexe in schwarz, die ich totschlagen möchte jeden Tag.

🙁